Heizkörper-Glossar
Fachbegriffe rund um Heizkörper und Heizung, kurz erklärt. Auf allen Seiten sind sie gepunktet unterstrichen: Fahre darüber oder tippe darauf, um die Kurzdefinition zu sehen.
Heizungswasser & Hydraulik
Vertiefen: Heizkörper entlüften
- Anlagendruck
- Der Wasserdruck in der Heizungsanlage, ablesbar am Manometer. Im Einfamilienhaus liegt er meist zwischen 1 und 2 bar; fällt er zu tief, gelangen Luft und Geräusche ins System.
- Ausdehnungsgefäß
- Ein Behälter mit Gaspolster, der das Mehrvolumen des Heizungswassers beim Erwärmen aufnimmt. Ist er defekt, schwankt der Druck stark und Luft gelangt ins System.
- Einrohrheizung
- Eine Heizungsanlage, bei der alle Heizkörper eines Strangs nacheinander an einer gemeinsamen Ringleitung hängen. Der letzte Heizkörper bekommt das kühlste Wasser.
- Entlüftungsschlüssel
- Ein kleiner Vierkantschlüssel (meist 5 mm), mit dem das Entlüftungsventil am Heizkörper geöffnet wird. Kostet wenige Euro im Baumarkt.
- Entlüftungsventil
- Das kleine Ventil oben an der Seite des Heizkörpers. Mit einem Vierkantschlüssel geöffnet, lässt es eingeschlossene Luft entweichen.
- Rücklauftemperatur
- Die Temperatur des Heizungswassers, das aus den Heizkörpern zurück zum Wärmeerzeuger fließt. Der Abstand zur Vorlauftemperatur heißt Spreizung.
- Umwälzpumpe
- Die Pumpe, die das Heizungswasser vom Wärmeerzeuger durch Rohre und Heizkörper und wieder zurück bewegt. Eine richtig eingestellte Pumpe verhindert Rauschen und spart Strom.
- Vorlauftemperatur
- Die Temperatur des Heizungswassers, das zu den Heizkörpern fließt. Gas- und Ölheizungen arbeiten oft mit 55 bis 75 °C, Wärmepumpen effizient mit 35 bis 55 °C.
Regelung & Thermostat
Vertiefen: Heizkörperthermostat
- Heizkurve
- Die Einstellung an der Heizung, die festlegt, wie warm das Vorlaufwasser bei welcher Außentemperatur ist. Eine zu steile Heizkurve kostet Energie, eine zu flache lässt Räume kalt.
- Nachtabsenkung
- Das zeitgesteuerte Herunterregeln der Heiztemperatur in der Nacht. In gut gedämmten Häusern und bei Wärmepumpen bringt sie wenig, im Altbau kann sie Energie sparen.
- Raumthermostat
- Ein Regler an der Wand, der die Raumtemperatur misst und die Heizung danach steuert. Anders als ein Thermostatkopf regelt er oft mehrere Heizkörper oder die ganze Anlage.
- Rücklaufverschraubung
- Die Verschraubung am Heizkörperausgang. Über sie lässt sich die Wassermenge voreinstellen und der Heizkörper absperren; ist sie zugedreht, bleibt er kalt.
- Steckdosenthermostat
- Ein Zwischenstecker mit eingebautem Thermostat, der ein angeschlossenes Heizgerät nach Raumtemperatur ein- und ausschaltet. So wird aus einer einfachen Steckerheizung ein geregelter Frostwächter.
- Thermostatkopf
- Der drehbare Kopf mit den Stufen 1 bis 5. Ein Fühler darin dehnt sich bei Wärme aus und drückt den Ventilstift zu, bis die eingestellte Temperatur gehalten wird.
- Thermostatventil
- Das Ventil am Heizkörper, das die Wassermenge regelt. Oben sitzt der Thermostatkopf, darunter der Ventileinsatz mit dem Stift, der auf- und zugedrückt wird.
- Ventileinsatz
- Das austauschbare Innenteil des Thermostatventils mit Ventilstift und Dichtung. Klemmt oder leckt es, lässt es sich oft tauschen, ohne das ganze Ventil zu wechseln.
Bauarten & Wärmeabgabe
Vertiefen: Heizkörper-Typen
- Gliederheizkörper
- Ein Heizkörper aus einzelnen, zusammengeschraubten Gliedern aus Guss oder Stahl. Typisch für Altbauten, mit viel Wasserinhalt und träger Wärmeabgabe.
- Hahnblock
- Das Anschlussstück unter Heizkörpern mit Anschluss unten. Es verbindet Vor- und Rücklauf mit dem Heizkörper und lässt sich absperren, etwa zum Abbauen.
- Heizstab
- Ein elektrisches Heizelement, das in einen wassergefüllten Heizkörper eingeschraubt wird. So wärmt etwa ein Handtuchheizkörper auch im Sommer, wenn die Heizung aus ist.
- Konvektion
- Wärmetransport durch Luftbewegung: Luft erwärmt sich am Heizkörper, steigt auf und zieht kühle Luft von unten nach. Die meisten Heizkörper geben ihre Wärme überwiegend so ab.
- Konvektorblech
- Ein gewelltes Blech hinter der Heizplatte, das die Oberfläche vergrößert und so mehr Wärme an die Luft abgibt. Die zweite Ziffer im Heizkörper-Typ nennt ihre Zahl.
- Mittelanschluss
- Ein Heizkörperanschluss unten in der Mitte, Vor- und Rücklauf im Abstand von meist 50 mm. Häufig bei Badheizkörpern und Ventilheizkörpern mit Hahnblock.
- Normwärmeleistung
- Die Wärmeleistung eines Heizkörpers unter Prüfbedingungen nach EN 442, meist bei 75/65/20 °C. Bei niedrigerer Vorlauftemperatur liefert er deutlich weniger.
- Plattenheizkörper
- Die häufigste Heizkörperbauart: eine bis drei wasserführende Stahlplatten, oft mit Konvektorblechen dazwischen. Die Typbezeichnung 11, 22 oder 33 beschreibt diesen Aufbau.
- Rippenheizkörper
- Ein älterer Heizkörper mit senkrechten Rippen, umgangssprachlich oft für Glieder- oder Röhrenheizkörper verwendet. Die vielen Zwischenräume machen das Reinigen mühsam.
- Strahlungswärme
- Wärme, die als Infrarotstrahlung direkt auf Körper und Wände übergeht, ohne die Luft dazwischen stark zu erwärmen. Sie fühlt sich bei etwas niedrigerer Lufttemperatur behaglich an.
Effizienz & Kosten
Vertiefen: Niedertemperatur-Heizkörper
- Heizkostenverteiler
- Das kleine Messgerät am Heizkörper in Mietwohnungen. Es misst nicht die Wärme in Kilowattstunden, sondern Verbrauchseinheiten, nach denen die Heizkosten verteilt werden.
- Heizlast
- Die Wärmeleistung, die ein Raum oder Gebäude am kältesten Tag braucht, um die Solltemperatur zu halten. Sie ist die Grundlage für die Größe von Heizkörper und Wärmepumpe.
- Jahresarbeitszahl
- Das Verhältnis aus erzeugter Wärme und verbrauchtem Strom einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr. Eine Jahresarbeitszahl von 3 heißt: aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme.
- Kondenswasser
- Wasser, das sich aus feuchter Luft an kalten Flächen niederschlägt, sobald diese unter den Taupunkt fallen. Typisch sind beschlagene Fenster, nasse Gewächshausdächer oder feuchte Außenwandecken.
- Schutzart IP
- Der IP-Code gibt an, wie gut ein Elektrogerät gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist. Für Heizgeräte im Bad ist meist mindestens IPX4 (Spritzwasser) gefordert, je nach Schutzbereich mehr.
- Taupunkt
- Die Temperatur, unterhalb der Wasserdampf aus der Luft kondensiert. Kühlt eine Wand hinter dem Heizkörper oder in einer Ecke darunter ab, wird sie feucht, und Schimmel kann entstehen.
- Wärmebrücke
- Eine Stelle in der Gebäudehülle, an der Wärme schneller nach außen abfließt als daneben, etwa an Ecken, Rollladenkästen oder Balkonplatten. Dort wird die Wand innen kalt, und Feuchte schlägt sich nieder.
Frostschutz & Sicherheit
Vertiefen: Frostschutz
- Frostschutzmittel
- Ein Zusatz, der den Gefrierpunkt von Wasser senkt, etwa im Kühlwasser, in der Scheibenwaschanlage oder in Solaranlagen. Meist auf Basis von Glykol oder Alkohol.
- Frosttiefe
- Die Tiefe, bis zu der der Boden im Winter gefrieren kann. In Deutschland liegt sie je nach Region meist zwischen etwa 80 und 120 cm; Wasserleitungen und Fundamente gehören darunter.
- Gasdruckregler
- Das Ventil zwischen Gasflasche und Gerät, das den hohen Flaschendruck auf den Betriebsdruck des Geräts senkt, in Deutschland meist 50 mbar. Ohne passenden Regler darf kein Gasgerät laufen.
- Glykol
- Ein zweiwertiger Alkohol, der als Basis vieler Frostschutzmittel dient, vor allem im Kühlwasser von Autos und in Solar- oder Wärmepumpenkreisläufen. Er ist gesundheitsschädlich und gehört nicht ins Abwasser.
- Kohlenmonoxid
- Ein farb-, geruch- und geschmackloses, sehr giftiges Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht. Gas-, Petroleum- und Dieselheizer in schlecht belüfteten Räumen sind die typische Gefahrenquelle.
- PTC-Heizelement
- Ein Keramik-Heizelement, dessen Widerstand mit steigender Temperatur stark zunimmt. Es regelt seine Leistung dadurch selbst herunter und wird nicht beliebig heiß; typisch in Heizlüftern und selbstregulierenden Heizkabeln.
- Propangas
- Ein Flüssiggas, das in Flaschen unter Druck gelagert wird und Heizpilze, Gasheizer und Gasgrills versorgt. Propan verdampft auch bei Minusgraden noch zuverlässig.
- Refraktometer
- Ein Messgerät, das über die Lichtbrechung einer Flüssigkeit ihren Gefrierpunkt anzeigt. Damit prüfst du den Frostschutz von Kühlwasser oder Scheibenwaschwasser mit einem Tropfen.