Heizkörper-Glossar

Fachbegriffe rund um Heizkörper und Heizung, kurz erklärt. Auf allen Seiten sind sie gepunktet unterstrichen: Fahre darüber oder tippe darauf, um die Kurzdefinition zu sehen.

Heizungswasser & Hydraulik

Vertiefen: Heizkörper entlüften

Anlagendruck
Der Wasserdruck in der Heizungsanlage, ablesbar am Manometer. Im Einfamilienhaus liegt er meist zwischen 1 und 2 bar; fällt er zu tief, gelangen Luft und Geräusche ins System.
Ausdehnungsgefäß
Ein Behälter mit Gaspolster, der das Mehrvolumen des Heizungswassers beim Erwärmen aufnimmt. Ist er defekt, schwankt der Druck stark und Luft gelangt ins System.
Einrohrheizung
Eine Heizungsanlage, bei der alle Heizkörper eines Strangs nacheinander an einer gemeinsamen Ringleitung hängen. Der letzte Heizkörper bekommt das kühlste Wasser.
Entlüftungsschlüssel
Ein kleiner Vierkantschlüssel (meist 5 mm), mit dem das Entlüftungsventil am Heizkörper geöffnet wird. Kostet wenige Euro im Baumarkt.
Entlüftungsventil
Das kleine Ventil oben an der Seite des Heizkörpers. Mit einem Vierkantschlüssel geöffnet, lässt es eingeschlossene Luft entweichen.
Rücklauftemperatur
Die Temperatur des Heizungswassers, das aus den Heizkörpern zurück zum Wärmeerzeuger fließt. Der Abstand zur Vorlauftemperatur heißt Spreizung.
Umwälzpumpe
Die Pumpe, die das Heizungswasser vom Wärmeerzeuger durch Rohre und Heizkörper und wieder zurück bewegt. Eine richtig eingestellte Pumpe verhindert Rauschen und spart Strom.
Vorlauftemperatur
Die Temperatur des Heizungswassers, das zu den Heizkörpern fließt. Gas- und Ölheizungen arbeiten oft mit 55 bis 75 °C, Wärmepumpen effizient mit 35 bis 55 °C.

Regelung & Thermostat

Vertiefen: Heizkörperthermostat

Heizkurve
Die Einstellung an der Heizung, die festlegt, wie warm das Vorlaufwasser bei welcher Außentemperatur ist. Eine zu steile Heizkurve kostet Energie, eine zu flache lässt Räume kalt.
Nachtabsenkung
Das zeitgesteuerte Herunterregeln der Heiztemperatur in der Nacht. In gut gedämmten Häusern und bei Wärmepumpen bringt sie wenig, im Altbau kann sie Energie sparen.
Raumthermostat
Ein Regler an der Wand, der die Raumtemperatur misst und die Heizung danach steuert. Anders als ein Thermostatkopf regelt er oft mehrere Heizkörper oder die ganze Anlage.
Rücklaufverschraubung
Die Verschraubung am Heizkörperausgang. Über sie lässt sich die Wassermenge voreinstellen und der Heizkörper absperren; ist sie zugedreht, bleibt er kalt.
Steckdosenthermostat
Ein Zwischenstecker mit eingebautem Thermostat, der ein angeschlossenes Heizgerät nach Raumtemperatur ein- und ausschaltet. So wird aus einer einfachen Steckerheizung ein geregelter Frostwächter.
Thermostatkopf
Der drehbare Kopf mit den Stufen 1 bis 5. Ein Fühler darin dehnt sich bei Wärme aus und drückt den Ventilstift zu, bis die eingestellte Temperatur gehalten wird.
Thermostatventil
Das Ventil am Heizkörper, das die Wassermenge regelt. Oben sitzt der Thermostatkopf, darunter der Ventileinsatz mit dem Stift, der auf- und zugedrückt wird.
Ventileinsatz
Das austauschbare Innenteil des Thermostatventils mit Ventilstift und Dichtung. Klemmt oder leckt es, lässt es sich oft tauschen, ohne das ganze Ventil zu wechseln.

Bauarten & Wärmeabgabe

Vertiefen: Heizkörper-Typen

Gliederheizkörper
Ein Heizkörper aus einzelnen, zusammengeschraubten Gliedern aus Guss oder Stahl. Typisch für Altbauten, mit viel Wasserinhalt und träger Wärmeabgabe.
Hahnblock
Das Anschlussstück unter Heizkörpern mit Anschluss unten. Es verbindet Vor- und Rücklauf mit dem Heizkörper und lässt sich absperren, etwa zum Abbauen.
Heizstab
Ein elektrisches Heizelement, das in einen wassergefüllten Heizkörper eingeschraubt wird. So wärmt etwa ein Handtuchheizkörper auch im Sommer, wenn die Heizung aus ist.
Konvektion
Wärmetransport durch Luftbewegung: Luft erwärmt sich am Heizkörper, steigt auf und zieht kühle Luft von unten nach. Die meisten Heizkörper geben ihre Wärme überwiegend so ab.
Konvektorblech
Ein gewelltes Blech hinter der Heizplatte, das die Oberfläche vergrößert und so mehr Wärme an die Luft abgibt. Die zweite Ziffer im Heizkörper-Typ nennt ihre Zahl.
Mittelanschluss
Ein Heizkörperanschluss unten in der Mitte, Vor- und Rücklauf im Abstand von meist 50 mm. Häufig bei Badheizkörpern und Ventilheizkörpern mit Hahnblock.
Normwärmeleistung
Die Wärmeleistung eines Heizkörpers unter Prüfbedingungen nach EN 442, meist bei 75/65/20 °C. Bei niedrigerer Vorlauftemperatur liefert er deutlich weniger.
Plattenheizkörper
Die häufigste Heizkörperbauart: eine bis drei wasserführende Stahlplatten, oft mit Konvektorblechen dazwischen. Die Typbezeichnung 11, 22 oder 33 beschreibt diesen Aufbau.
Rippenheizkörper
Ein älterer Heizkörper mit senkrechten Rippen, umgangssprachlich oft für Glieder- oder Röhrenheizkörper verwendet. Die vielen Zwischenräume machen das Reinigen mühsam.
Strahlungswärme
Wärme, die als Infrarotstrahlung direkt auf Körper und Wände übergeht, ohne die Luft dazwischen stark zu erwärmen. Sie fühlt sich bei etwas niedrigerer Lufttemperatur behaglich an.

Effizienz & Kosten

Vertiefen: Niedertemperatur-Heizkörper

Heizkostenverteiler
Das kleine Messgerät am Heizkörper in Mietwohnungen. Es misst nicht die Wärme in Kilowattstunden, sondern Verbrauchseinheiten, nach denen die Heizkosten verteilt werden.
Heizlast
Die Wärmeleistung, die ein Raum oder Gebäude am kältesten Tag braucht, um die Solltemperatur zu halten. Sie ist die Grundlage für die Größe von Heizkörper und Wärmepumpe.
Jahresarbeitszahl
Das Verhältnis aus erzeugter Wärme und verbrauchtem Strom einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr. Eine Jahresarbeitszahl von 3 heißt: aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme.
Kondenswasser
Wasser, das sich aus feuchter Luft an kalten Flächen niederschlägt, sobald diese unter den Taupunkt fallen. Typisch sind beschlagene Fenster, nasse Gewächshausdächer oder feuchte Außenwandecken.
Schutzart IP
Der IP-Code gibt an, wie gut ein Elektrogerät gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist. Für Heizgeräte im Bad ist meist mindestens IPX4 (Spritzwasser) gefordert, je nach Schutzbereich mehr.
Taupunkt
Die Temperatur, unterhalb der Wasserdampf aus der Luft kondensiert. Kühlt eine Wand hinter dem Heizkörper oder in einer Ecke darunter ab, wird sie feucht, und Schimmel kann entstehen.
Wärmebrücke
Eine Stelle in der Gebäudehülle, an der Wärme schneller nach außen abfließt als daneben, etwa an Ecken, Rollladenkästen oder Balkonplatten. Dort wird die Wand innen kalt, und Feuchte schlägt sich nieder.

Frostschutz & Sicherheit

Vertiefen: Frostschutz

Frostschutzmittel
Ein Zusatz, der den Gefrierpunkt von Wasser senkt, etwa im Kühlwasser, in der Scheibenwaschanlage oder in Solaranlagen. Meist auf Basis von Glykol oder Alkohol.
Frosttiefe
Die Tiefe, bis zu der der Boden im Winter gefrieren kann. In Deutschland liegt sie je nach Region meist zwischen etwa 80 und 120 cm; Wasserleitungen und Fundamente gehören darunter.
Gasdruckregler
Das Ventil zwischen Gasflasche und Gerät, das den hohen Flaschendruck auf den Betriebsdruck des Geräts senkt, in Deutschland meist 50 mbar. Ohne passenden Regler darf kein Gasgerät laufen.
Glykol
Ein zweiwertiger Alkohol, der als Basis vieler Frostschutzmittel dient, vor allem im Kühlwasser von Autos und in Solar- oder Wärmepumpenkreisläufen. Er ist gesundheitsschädlich und gehört nicht ins Abwasser.
Kohlenmonoxid
Ein farb-, geruch- und geschmackloses, sehr giftiges Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht. Gas-, Petroleum- und Dieselheizer in schlecht belüfteten Räumen sind die typische Gefahrenquelle.
PTC-Heizelement
Ein Keramik-Heizelement, dessen Widerstand mit steigender Temperatur stark zunimmt. Es regelt seine Leistung dadurch selbst herunter und wird nicht beliebig heiß; typisch in Heizlüftern und selbstregulierenden Heizkabeln.
Propangas
Ein Flüssiggas, das in Flaschen unter Druck gelagert wird und Heizpilze, Gasheizer und Gasgrills versorgt. Propan verdampft auch bei Minusgraden noch zuverlässig.
Refraktometer
Ein Messgerät, das über die Lichtbrechung einer Flüssigkeit ihren Gefrierpunkt anzeigt. Damit prüfst du den Frostschutz von Kühlwasser oder Scheibenwaschwasser mit einem Tropfen.