Regelung & Thermostat
Heizkurve
Heizkurve: Die Einstellung an der Heizung, die festlegt, wie warm das Vorlaufwasser bei welcher Außentemperatur ist. Eine zu steile Heizkurve kostet Energie, eine zu flache lässt Räume kalt.
Von Sophia, Herausgeberin von Frosthelfer · Stand 3. November 2026

Was die Heizkurve genau bedeutet
Die Heizkurve ist eine Kennlinie im Regler deiner Heizung. Sie verknüpft zwei Werte: die Außentemperatur und die Vorlauftemperatur. Je kälter es draußen ist, desto wärmer schickt die Heizung das Wasser zu den Heizkörpern.
Du findest sie am Regler des Wärmeerzeugers, also am Kessel oder an der Wärmepumpe. Dort heißt sie meist Heizkurve, Heizkennlinie oder einfach Kennlinie. Voraussetzung ist eine witterungsgeführte Regelung mit Außenfühler. Der Fühler sitzt typischerweise an einer schattigen Außenwand.
Im Menü begegnen dir meist zwei Stellgrößen:
- Steilheit (Neigung): Sie bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei fallender Außentemperatur steigt.
- Niveau (Parallelverschiebung): Sie hebt oder senkt die ganze Kurve um einen festen Betrag.
So funktioniert die Heizkurve
Der Regler misst die Außentemperatur und liest aus der Kurve die passende Vorlauftemperatur ab. Danach steuert er Brenner, Verdichter oder Mischer so, dass das Heizwasser diesen Wert erreicht. Das Haus bekommt also nur so viel Wärme, wie das Wetter gerade verlangt.
Ist die Steilheit zu hoch, wird das Wasser unnötig heiß. Die Räume überhitzen, die Thermostatventile drosseln ständig, und die Anlage arbeitet weniger effizient. Ist sie zu niedrig, bleiben die Räume an kalten Tagen kühl.
Gebäude reagieren träge. Änderungen an der Kurve zeigen ihre Wirkung deshalb oft erst nach Stunden oder Tagen.
| Heizsystem | Typische Vorlauftemperatur | Typische Kurvenlage |
|---|---|---|
| Fußbodenheizung | meist 30–40 °C | sehr flach |
| Niedertemperatur-Heizkörper | meist 35–55 °C | flach bis mittel |
| Standard-Heizkörper, gedämmtes Haus | meist 45–60 °C | mittel |
| Standard-Heizkörper, ungedämmter Altbau | oft 55–75 °C | steil |
Fazit der Tabelle: Je besser das Haus gedämmt ist und je größer die Heizflächen sind, desto flacher darf die Heizkurve liegen.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Die Heizkurve regelt die Wassertemperatur zentral an der Heizung. Alles andere regelt vor Ort im Raum oder am einzelnen Heizkörper.
Ein Raumthermostat misst die Temperatur im Wohnraum und gibt der Heizung Signale. Das Thermostatventil mit seinem Thermostatkopf begrenzt dagegen den Durchfluss am einzelnen Heizkörper. Der Ventileinsatz ist das Bauteil im Ventil, das den Durchfluss tatsächlich öffnet und schließt.
Die Rücklaufverschraubung gehört zur hydraulischen Seite. Sie dient dem Absperren und, je nach Bauart, dem Abgleichen des Heizkörpers. Die Nachtabsenkung ist ein Zeitprogramm: Es senkt die Vorlauftemperatur oder die Raumsolltemperatur in bestimmten Stunden ab. Sie arbeitet mit der Heizkurve zusammen, ersetzt sie aber nicht.
Heizkurve im Alltag
Die Heizkurve wird für dich wichtig, wenn einzelne Räume ständig überhitzen, obwohl die Thermostatventile fast zu sind. Auch wenn es an Frosttagen trotz offener Ventile nicht warm genug wird, lohnt der Blick darauf. Hohe Heizkosten bei mildem Wetter können ebenfalls auf eine zu steile Kurve hindeuten.
Wie die Regelung am Heizkörper selbst funktioniert, erklärt der Ratgeber zum Heizkörperthermostat. Wenn einzelne Räume ungleich warm werden, hilft oft ein hydraulischer Abgleich. Mit großen Heizflächen kommst du zudem mit niedrigen Temperaturen aus, mehr dazu bei den Niedertemperatur-Heizkörpern. Bei Gasheizungen und Wärmepumpen übernimmt am besten ein Fachbetrieb die Feineinstellung.
Häufige Missverständnisse
- „Eine höhere Kurve heizt schneller auf.“ Meist nicht. Sie erhöht vor allem die Vorlauftemperatur im laufenden Betrieb, und das Haus bleibt träge.
- „Die Thermostatköpfe erledigen das schon.“ Sie bremsen zu viel Wärme nur am Heizkörper. Die Wassertemperatur selbst legt die Heizkurve fest.
- „Einmal eingestellt, passt es für immer.“ Nach neuen Fenstern oder einer Dämmung kann eine flachere Kurve sinnvoll sein.
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Häufige Fragen zu Heizkurve
Was ist der Unterschied zwischen Steilheit und Niveau der Heizkurve?
Die Steilheit legt fest, wie stark die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur ansteigt. Das Niveau verschiebt die gesamte Kurve nach oben oder unten, ohne ihre Neigung zu ändern. Beide Werte zusammen bestimmen, wie warm das Heizwasser an einem bestimmten Tag wird.
Was ist eine Heizkennlinie?
Heizkennlinie ist ein anderes Wort für Heizkurve. Gemeint ist die Kennlinie im Heizungsregler, die jeder Außentemperatur eine Vorlauftemperatur zuordnet. Je nach Hersteller steht im Menü der eine oder der andere Begriff.
Woran erkenne ich, dass die Heizkurve zu steil eingestellt ist?
Typische Anzeichen sind überheizte Räume, obwohl die Thermostatventile weitgehend geschlossen sind. Auch ein stetes Takten der Heizung und hohe Heizkosten bei mildem Wetter sprechen dafür. Sicher beurteilen kann das ein Fachbetrieb.
Wie hoch ist die Vorlauftemperatur bei der Heizkurve typisch?
Bei Fußbodenheizungen sind meist etwa 30–40 °C üblich. Heizkörper in gedämmten Häusern kommen oft mit rund 45–60 °C aus, in ungedämmten Altbauten sind auch 55–75 °C möglich. Die genauen Werte hängen von Gebäude, Heizflächen und Außentemperatur ab.