Heizungswasser & Hydraulik
Vorlauftemperatur
Vorlauftemperatur: Die Temperatur des Heizungswassers, das zu den Heizkörpern fließt. Gas- und Ölheizungen arbeiten oft mit 55 bis 75 °C, Wärmepumpen effizient mit 35 bis 55 °C.
Von Sophia, Herausgeberin von Frosthelfer · Stand 3. November 2026

Was Vorlauftemperatur genau bedeutet
Die Vorlauftemperatur gibt an, wie warm das Heizungswasser den Wärmeerzeuger verlässt. Das kann ein Heizkessel, eine Wärmepumpe oder eine Fernwärme-Übergabestation sein. Über den Vorlauf strömt das Wasser zu den Heizkörpern.
Am Display der Heizung findest du sie meist als „Vorlauf“ oder „VL“. Oft steht dort auch ein Sollwert, den die Regelung gerade anstrebt.
Der Wert ist nicht fest eingestellt. Die meisten Anlagen arbeiten witterungsgeführt. Eine Heizkurve legt fest, wie warm das Wasser bei welcher Außentemperatur wird. Je kälter es draußen ist, desto höher liegt der Vorlauf.
In Planungsunterlagen begegnen dir Angaben wie „70/55 °C“. Die erste Zahl ist die Vorlauftemperatur, die zweite die Temperatur, mit der das Wasser zurückkommt.
Wie sie zustande kommt und was sie beeinflusst
Der Wärmeerzeuger erwärmt das Wasser auf den Sollwert. Im Heizkörper gibt es Wärme an den Raum ab und kühlt dabei ab. Der Unterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf heißt Spreizung. Typisch sind etwa 10 bis 20 Kelvin, bei Wärmepumpen meist weniger.
Entscheidend ist die Heizfläche. Große Flächen geben auch bei niedrigem Vorlauf genug Wärme ab. Kleine, alte Heizkörper brauchen dafür heißeres Wasser. Deshalb eignen sich Fußbodenheizungen und Niedertemperatur-Heizkörper gut für niedrige Werte.
| Heizsystem | Typische Vorlauftemperatur | Hinweis |
|---|---|---|
| Ältere Heizkessel (Altbau) | 70 bis 90 °C | Früher oft Standard bei kleinen Heizkörpern |
| Gas- oder Öl-Brennwertkessel | 55 bis 75 °C | Niedrigere Werte nutzen die Brennwerttechnik besser |
| Wärmepumpe mit Heizkörpern | 35 bis 55 °C | Je niedriger, desto effizienter |
| Fußbodenheizung | 25 bis 40 °C | Große Fläche, sanfte Wärme |
| Fernwärme | oft 70 bis 100 °C | Abhängig vom Netz und der Übergabestation |
Fazit der Tabelle: Je größer die Heizfläche, desto niedriger darf die Vorlauftemperatur sein, und desto sparsamer arbeitet vor allem eine Wärmepumpe.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Die Rücklauftemperatur misst das Wasser, das nach der Wärmeabgabe zum Erzeuger zurückkehrt. Sie liegt immer unter dem Vorlauf. Bei Brennwertkesseln hilft ein niedriger Rücklauf, Abgaswärme zu nutzen.
Die Umwälzpumpe bewegt das Wasser durch das Rohrnetz. Sie bestimmt die Menge, nicht die Temperatur. Der Anlagendruck beschreibt den Druck im geschlossenen System. Das Ausdehnungsgefäß fängt auf, dass sich das Wasser beim Erwärmen ausdehnt.
Über das Entlüftungsventil am Heizkörper entweicht Luft aus dem System. Du öffnest es mit dem Entlüftungsschlüssel. Auch das hat mit der Temperatur nichts zu tun, beeinflusst aber, wie gut die Wärme ankommt.
Bei einer Einrohrheizung fließt das Wasser nacheinander durch mehrere Heizkörper. Der letzte bekommt deshalb kühleres Wasser als der erste. Die Vorlauftemperatur am Erzeuger sagt dort wenig über jeden einzelnen Heizkörper aus.
Vorlauftemperatur im Alltag
Der Begriff wird für dich wichtig, wenn Heizkörper nur lauwarm werden oder die Heizkosten hoch sind. Auch bei einer neuen Wärmepumpe ist er zentral. Gluckern oder kalte Stellen oben am Heizkörper deuten oft auf Luft im System hin. Wie du dann vorgehst, steht im Ratgeber Heizkörper entlüften.
Wenn die Räume nur mit sehr hohem Vorlauf warm werden, lohnt ein Blick auf die Wasserverteilung. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die passende Wassermenge bekommt. Änderungen an Heizkurve und Sollwerten am Wärmeerzeuger überlässt du am besten dem Fachbetrieb.
Häufige Missverständnisse
- Höherer Vorlauf heizt schneller: Der Raum wird dadurch kaum früher warm, die Anlage arbeitet aber meist weniger effizient.
- Vorlauf gleich Raumtemperatur: Die Vorlauftemperatur ist die Wassertemperatur. Die Raumtemperatur hängt von Heizfläche, Dämmung und Thermostat ab.
- Thermostatstufe gleich Grad Celsius: Die Zahlen am Thermostatkopf sind Stufen für die Raumtemperatur, keine Wassertemperaturen.
Passend zum Begriff
Das passende Gerät
tado° Heizkörperthermostat X (3er-Set)
Für Mietwohnung und Haus, wenn es bequem sein soll.
Smartes Thermostat · über 140 € (3 Stück)
Preis bei Amazon prüfen** Affiliate-Link: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.
Häufige Fragen zu Vorlauftemperatur
Was ist die Vorlauftemperatur bei einer Heizung?
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern fließt. Sie wird meist am Abgang des Kessels oder der Wärmepumpe gemessen. Die Regelung passt sie oft an die Außentemperatur an.
Was ist der Unterschied zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur?
Die Vorlauftemperatur gilt für das heiße Wasser auf dem Weg zum Heizkörper, die Rücklauftemperatur für das abgekühlte Wasser auf dem Weg zurück. Der Rücklauf ist immer kühler. Der Unterschied heißt Spreizung.
Wie hoch ist die Vorlauftemperatur typischerweise?
Bei Gas- und Ölheizungen liegt sie oft bei 55 bis 75 °C. Wärmepumpen arbeiten effizient meist mit 35 bis 55 °C. Fußbodenheizungen kommen typischerweise mit noch weniger aus.
Woran erkenne ich die aktuelle Vorlauftemperatur meiner Heizung?
Meist zeigt das Display oder die Regelung des Wärmeerzeugers den Wert als „Vorlauf“ oder „VL“ an. Manche Anlagen zeigen zusätzlich den Sollwert. Bei Unsicherheit hilft die Bedienungsanleitung oder der Fachbetrieb.