Heizkörper Typen: was 11, 21, 22 und 33 bedeuten

, Herausgeberin von Frosthelfer
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Kurz gesagt: Die Zahl auf dem Etikett verrät fast alles: Heizkörper Typen wie 11, 21, 22 oder 33 beschreiben, wie viele wasserführende Platten und wie viele Konvektorbleche verbaut sind. Die erste Ziffer steht für die Platten, die zweite für die Blechpakete dazwischen. Je höher die Zahl, desto mehr Heizfläche steckt in derselben Höhe und Länge, aber desto tiefer baut der Heizkörper. Ein Typ 22 mit 600 × 1000 mm bringt rund 1.700 Watt bei 75/65/20 °C, ein Typ 33 derselben Größe rund 2.400 Watt.

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Heizkörper Typen: was 11, 21, 22 und 33 bedeuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Erste Ziffer = Anzahl Platten, zweite Ziffer = Anzahl Konvektorbleche. Typ 22 hat zwei und zwei.
  • Typ 22 mit 600 × 1000 mm bringt ca. 1.700 W bei 75/65/20 °C, Typ 33 ca. 2.400 W.
  • Bei 55/45/20 °C bleibt rund die Hälfte der Normleistung übrig, das ist der Wärmepumpen-Knackpunkt.
  • Wandabstand 3 bis 5 cm freihalten, Typ 22 braucht insgesamt etwa 13 bis 15 cm ab Wand.
Inhalt dieser Seite
  1. Heizkörper Typen
  2. Heizkörper Typen Tabelle
  3. Heizkörper Typ 22
  4. Heizkörper Typ 22 und Typ 33
  5. Heizkörper Typ 21 oder 22, und wann Typ 11 reicht
  6. Wandabstand beim Heizkörper Typ 22 und die richtigen Konsolen
  7. Alte Heizkörper Typen erkennen
  8. Normleistung nach EN 442
  9. Welcher Heizkörper Typ passt in welchen Raum?
  10. Häufige Fragen
Typ 22, 600×1000
ca. 1.700 W
Bautiefe Typ 22
ca. 100 mm
Bautiefe Typ 33
ca. 155 mm
Wandabstand
3–5 cm

Heizkörper Typen: Übersicht über Platten und Konvektorbleche

Die Typenzahl ist zweistellig und folgt einer einfachen Regel. Die erste Ziffer nennt die Anzahl der wasserführenden Platten. Die zweite Ziffer nennt die Anzahl der Konvektorblech-Pakete.

Ein Typ 22 hat also zwei Platten und zwei Blechpakete. Beim Typ 11 ist es je eins, beim Typ 33 je drei.

Konvektorbleche sind gefaltete Stahlbleche, hinten an die Platten geschweißt. Sie vergrößern die Fläche, an der die Luft erwärmt wird. Halte die Hand über die Oberseite, du spürst den Luftstrom. Laut Wikipedia verstärken genau diese gefalteten Bleche die Konvektion am Heizkörper.

  • Erste Ziffer = Anzahl der Platten (1, 2 oder 3)
  • Zweite Ziffer = Anzahl der Konvektorbleche (0, 1, 2 oder 3)
  • Typ 10 und Typ 20: glatte Platten ohne Bleche, mehr Strahlungswärme
  • Typ 11, 21, 22, 33: mit Blechen, mehr Leistung auf gleicher Fläche

Diese Bauart heißt im Handel Plattenheizkörper, Kompaktheizkörper oder Flachheizkörper. Gemeint ist meist dasselbe. Hersteller wie Kermi, Buderus oder Purmo bauen die ganze Reihe von Typ 10 bis Typ 33.

Die Typenzahl sagt nichts über die Qualität aus. Sie sagt nur etwas über den Aufbau und damit über Leistung und Bautiefe.

Was sie ebenfalls nicht sagt: wie viel Watt dein Raum braucht. Das hängt an Dämmung, Fenstern und Raumgröße. Die Wärmeabgabe eines Heizkörpers hängt laut co2online von Bauart, Größe sowie Menge und Temperatur des durchströmenden Wassers ab.

Aus der Praxis: Du findest den Typ oft auf einem Aufkleber an der Seite oder unter der oberen Abdeckung. Steht dort nichts, nimm eine Taschenlampe und schau von oben hinein. Zähl die glatten Platten und die gefalteten Bleche dazwischen. Das Ergebnis ist deine Typenzahl.

Heizkörper Typen Tabelle: Bautiefe und Leistung im Vergleich

Blick von oben in einen Plattenheizkörper mit sichtbaren Platten und Konvektorblechen
Von oben erkennst du den Typ: zwei glatte Platten und zwei gefaltete Blechpakete ergeben Typ 22. Visualisierung

Alle Leistungswerte in der Tabelle gelten für dieselbe Größe: 600 mm Bauhöhe, 1000 mm Länge, bei 75/65/20 °C. Also 75 °C Vorlauf, 65 °C Rücklauf, 20 °C Raumtemperatur. Nur so sind die Typen überhaupt vergleichbar.

Die Werte sind Richtwerte und schwanken je nach Hersteller um etwa fünf bis zehn Prozent. Für eine konkrete Bestellung ziehst du immer die Tabelle des Herstellers heran.

TypAufbauBautiefe ca.Leistung 600 × 1000 mm (75/65/20)
101 Platte, keine Blecheca. 50 mmca. 650 W
111 Platte, 1 Blechca. 65 mmca. 1.000 W
202 Platten, keine Blecheca. 95 mmca. 1.000–1.200 W
212 Platten, 1 Blechca. 80 mmca. 1.350 W
222 Platten, 2 Blecheca. 100 mmca. 1.700 W
333 Platten, 3 Blecheca. 155 mmca. 2.400 W

Fazit der Tabelle: Von Typ 11 zu Typ 22 verdoppelt sich die Leistung bei gleicher Ansichtsfläche, die Bautiefe wächst dabei von rund 65 auf rund 100 mm.

An der Tabelle siehst du die Unterschiede der Heizkörper Typen sofort. Mehr Platten und mehr Bleche bedeuten mehr Watt und mehr Tiefe. Die Höhe und die Länge bleiben gleich.

Typ 20 fällt aus der Reihe. Er hat zwei Platten, aber keine Bleche. Dadurch baut er tief, liefert aber weniger als ein Typ 21. Gekauft wird er fast nur aus optischen Gründen, weil die glatte Rückseite in freistehenden Situationen besser aussieht.

Typ 10 ist der flachste. Er gibt viel Strahlungswärme ab und sammelt wenig Staub. Dafür brauchst du für dieselbe Wattzahl deutlich mehr Wandfläche.

Heizkörper Typ 22: Maße, Leistung und Watt-Werte

Typ 22 ist der Standard im deutschen Neubau und beim Heizkörpertausch. Er bringt ordentlich Leistung und passt mit rund 100 mm Bautiefe noch unter die meisten Fensterbänke.

Pro laufendem Meter rechnest du bei 600 mm Bauhöhe und 75/65/20 °C mit grob 1.700 Watt. Die Leistung steigt fast linear mit der Länge, deshalb lässt sich damit gut überschlagen.

Heizkörper Typ 22 Maße: Bauhöhe, Länge, Bautiefe

Übliche Bauhöhen sind 300, 400, 500, 600 und 900 mm. Die Standardhöhe im Wohnbereich ist 600 mm.

Längen gibt es meist von 400 bis 3000 mm, gestaffelt in 100er- oder 200er-Schritten. Die Bautiefe liegt bei etwa 100 mm, je nach Hersteller zwischen 100 und 102 mm.

Dazu kommt der Platz für Konsolen und Wandabstand. Rechne ab Wand mit rund 130 bis 150 mm Gesamttiefe, sonst wird es hinter dem Vorhang eng.

Heizkörper Typ 22 Leistung: Tabelle nach Länge

Die folgenden Werte gelten für 600 mm Bauhöhe. Die rechte Spalte zeigt, was übrig bleibt, wenn du die Vorlauftemperatur auf Niedertemperatur absenkst.

Maße (H × L)Leistung 75/65/20 °CLeistung 55/45/20 °C
600 × 400 mmca. 680 Wca. 340 W
600 × 600 mmca. 1.020 Wca. 510 W
600 × 800 mmca. 1.360 Wca. 680 W
600 × 1000 mmca. 1.700 Wca. 850 W
600 × 1200 mmca. 2.040 Wca. 1.020 W
600 × 1400 mmca. 2.380 Wca. 1.190 W
600 × 1600 mmca. 2.720 Wca. 1.360 W

Fazit der Tabelle: Bei 55/45/20 °C bleibt von der Normleistung nur noch etwa die Hälfte übrig, daran denkst du am besten vor jeder Absenkung der Vorlauftemperatur.

Diese Halbierung überrascht viele. Sie ist aber der Grund, warum Fachbetriebe beim Umstieg auf niedrige Temperaturen oft größere Heizkörper einplanen.

Wenn du genauer rechnen willst, hilft dir die Seite Heizkörper berechnen. Dort geht es um Raumgröße und Wärmebedarf.

Achtung: Die Werte oben sind Richtwerte zum Überschlagen. Für den tatsächlichen Austausch braucht es die Herstellertabelle und im Zweifel eine Auslegung durch den Fachbetrieb. Rohrdurchmesser und Pumpenleistung spielen mit hinein.

Heizkörper Typ 22 und Typ 33: der Unterschied

Der Unterschied steckt in der dritten Platte und im dritten Blechpaket. Ein Typ 33 bringt bei gleicher Höhe und Länge rund 40 Prozent mehr Leistung als ein Typ 22.

Dafür baut er deutlich tiefer: rund 155 mm statt rund 100 mm. Unter mancher Fensterbank wird das knapp, vor allem in Altbauten mit schmalen Nischen.

Ein Typ 33 ist außerdem schwerer und fasst mehr Wasser. Die Konsolen müssen dazu passen, und bei Leichtbauwänden brauchst du passende Dübel oder einen Standfuß.

Heizkörper Typ 33 Leistung: Tabelle nach Länge

Auch hier gilt 600 mm Bauhöhe. Pro Meter rechnest du bei 75/65/20 °C mit grob 2.400 Watt.

Maße (H × L)Leistung 75/65/20 °CLeistung 55/45/20 °C
600 × 400 mmca. 960 Wca. 480 W
600 × 600 mmca. 1.440 Wca. 720 W
600 × 800 mmca. 1.920 Wca. 960 W
600 × 1000 mmca. 2.400 Wca. 1.200 W
600 × 1200 mmca. 2.880 Wca. 1.440 W
600 × 1400 mmca. 3.360 Wca. 1.680 W
600 × 1600 mmca. 3.840 Wca. 1.920 W

Fazit der Tabelle: Ein Typ 33 mit 1000 mm Länge liefert bei 55/45/20 °C etwa so viel wie ein Typ 22 mit 1400 mm bei denselben Temperaturen.

Genau deshalb taucht Typ 33 so oft im Zusammenhang mit Wärmepumpen auf. Er holt bei niedrigem Vorlauf noch genug Wärme aus dem Wasser, ohne dass der Heizkörper doppelt so lang wird.

Der Nachteil: die drei Plattenreihen sind schwerer zu reinigen. Staub setzt sich zwischen den Blechen fest. Eine lange, schmale Heizkörperbürste gehört bei Typ 33 zur Grundausstattung.

Heizkörper Typ 21 oder 22, und wann Typ 11 reicht

Typ 21 und Typ 22 unterscheiden sich nur durch ein Blechpaket. Beide haben zwei Platten, Typ 21 hat ein Blech dazwischen, Typ 22 hat zwei.

Ein Typ 21 bringt bei 600 × 1000 mm rund 1.350 Watt, ein Typ 22 rund 1.700 Watt. Dafür baut Typ 21 mit etwa 80 mm schlanker als die rund 100 mm beim Typ 22.

Heizkörper Typ 21 oder 22: wann welcher?

Nimm Typ 21, wenn der Platz knapp ist. Schmale Fensternischen, Durchgänge und Räume mit wenig Wärmebedarf sprechen dafür.

Nimm Typ 22, wenn du Leistungsreserve willst. Das ist fast immer der bessere Griff, wenn später eine niedrigere Vorlauftemperatur geplant ist.

So gehst du vor: Erst den Wärmebedarf des Raums klären, dann den Platz messen, dann den Typ wählen. Andersherum kaufst du dir Ärger ein.

Heizkörper Typ 11: wo er noch sinnvoll ist

Typ 11 hat eine Platte und ein Blech und baut mit rund 65 mm sehr flach. Bei 600 × 1000 mm liefert er etwa 1.000 Watt bei 75/65/20 °C.

Sinnvoll ist er in kleinen, gut gedämmten Räumen, in Fluren und überall dort, wo der Heizkörper nicht in die Tiefe darf. Auch frei im Raum oder an einer Trennwand macht er optisch mehr her als ein tiefer Typ 33.

In schlecht gedämmten Altbauräumen wird Typ 11 schnell zu schwach. Dann brauchst du große Längen, und die passen selten unter das Fenster.

Heizkörper Typen: Unterschiede im Alltag

Flache Typen wie 10 und 11 geben mehr Strahlungswärme ab. Das fühlt sich bei gleicher Lufttemperatur angenehmer an und kommt schnell bei dir an.

Tiefe Typen wie 22 und 33 arbeiten stärker über Konvektion. Sie heizen die Luft, dadurch zirkuliert mehr Staub im Raum.

Beim Entlüften und Reinigen sind flache Typen klar im Vorteil. Bei Typ 33 kommst du zwischen die Platten kaum mit einem Tuch.

Noch ein Punkt, den viele unterschätzen: die Aufheizzeit. Ein Typ 11 hat wenig Wasserinhalt und wird schnell warm. Ein Typ 33 braucht länger, hält die Wärme aber auch etwas länger.

Für Räume, die du nur stundenweise heizt, ist ein reaktionsschneller Heizkörper angenehmer.

Wandabstand beim Heizkörper Typ 22 und die richtigen Konsolen

Hände messen mit Zollstock den Abstand zwischen Heizkörper und Wand
Drei bis fünf Zentimeter Luft hinter dem Heizkörper sind kein Zufall, sondern der Luftkanal. Visualisierung

Zwischen Heizkörperrückseite und Wand gehören etwa 30 bis 50 mm Luft. Dieser Spalt ist kein Schönheitsfehler, er ist der Luftkanal. Ohne ihn strömt keine Luft von unten durch die Konvektorbleche nach oben.

Bei Typ 22 mit rund 100 mm Bautiefe ergibt das insgesamt etwa 130 bis 150 mm ab Wand. Miss das nach, bevor du bestellst.

Die Konsolen sind typabhängig. Ein Halter für Typ 11 trägt keinen Typ 33, und die Einhängetiefe passt nicht. Beim Tausch von Typ 22 auf Typ 33 wechselst du deshalb fast immer auch die Konsolen.

Lange Heizkörper ab etwa 1600 mm brauchen eine dritte Konsole in der Mitte. Bei Gipskarton- oder Ständerwänden kommen Spezialdübel oder Bodenstützen dazu.

Was den Wandabstand zunichte macht: dicke Vorhänge vor dem Heizkörper, eine lange Fensterbank, die bis vorne reicht, oder ein Sofa direkt davor. In allen drei Fällen staut sich die Wärme, und der Thermostatkopf misst zu warm.

Wandabstand hinten
ca. 30–50 mm, je nach Konsole
Abstand zum Boden
ca. 100–120 mm für die Luftzufuhr
Abstand nach oben
ca. 100 mm zur Fensterbank
Seitlich
ca. 50 mm zur Laibung, besser mehr
Gesamttiefe Typ 22
ca. 130–150 mm ab Wand

Aus der Praxis: Leg hinter den Heizkörper eine dünne Reflexionsfolie, wenn er an einer kalten Außenwand hängt. Sie darf den Luftspalt nicht zustellen. Die Folie kommt an die Wand, nicht an den Heizkörper.

Alte Heizkörper Typen erkennen: Guss, Röhren, Rippen

In Altbauten hängen oft noch ganz andere Bauformen, die keine Typenzahl tragen. Erkennen kannst du sie am Aussehen, und das reicht meist für die erste Einschätzung.

Laut co2online haben Plattenheizkörper die Gliederheizkörper inzwischen weitgehend verdrängt. Im Bestand triffst du sie trotzdem noch regelmäßig an.

Gliederheizkörper aus Guss oder Stahl

Sie bestehen aus einzelnen, miteinander verschraubten Gliedern. Von vorn siehst du eine Reihe gleich breiter Elemente, oft mit abgerundeten Kanten.

Gussheizkörper sind sehr schwer und brauchen lange zum Aufheizen. Dafür geben sie die Wärme gleichmäßig und mit hohem Strahlungsanteil ab. Rippenheizkörper aus Grauguss aus den 1920er Jahren sind laut Wikipedia bis heute erhalten.

Ihr Wasserinhalt ist hoch. Das merkst du beim Entlüften: es dauert, bis alles durchgespült ist.

Röhrenheizkörper

Hier stehen schmale, runde Röhren dicht nebeneinander, oft zwei- bis sechsreihig hintereinander. Sie sehen zierlich aus und werden heute wieder als Designvariante verkauft.

Sie lassen sich gut reinigen und passen in schmale Nischen. Die Leistung pro Fläche ist aber geringer als bei einem Typ 22.

Konvektoren und Rippenheizkörper

Konvektoren bestehen aus einem Rohr mit vielen aufgesteckten Lamellen, meist hinter einem Gitter oder im Boden versenkt. Sie arbeiten fast ausschließlich über Luftströmung.

Rippenheizkörper haben sichtbare, gegossene Rippen am Rohr. Beide Bauarten verstauben schnell. Wenn sie seit Jahren nicht gereinigt wurden, fehlt oft ein spürbarer Teil der Leistung.

Unterflurkonvektoren vor bodentiefen Fenstern wirken unauffällig, sind aber mühsam zu säubern.

Grob gilt: alte Bauformen wurden für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt. Laut Wikipedia lag die Vorlauftemperatur früher bei 90 °C, heute legt man Heizungen auf etwa 55 °C aus.

Deshalb werden alte Heizkörper bei abgesenktem Vorlauf schnell zu schwach. Das ist kein Defekt, das ist Auslegung.

Bevor du tauschst, lohnt ein Blick auf den Zustand: Rost an den Anschlüssen, feuchte Stellen am Ventil, abblätternder Lack. Ein alter, dichter Gussheizkörper in einem Raum mit hohem Vorlauf darf ruhig hängen bleiben.

Normleistung nach EN 442: warum zwei Watt-Angaben im Datenblatt stehen

Hersteller geben die Leistung ihrer Heizkörper nach einem genormten Prüfverfahren an. Die Normwärmeleistung nach DIN EN 442 erfasst laut Wikipedia Strahlungs- und Konvektionswärme gemeinsam.

Die ältere Bezugsangabe ist 75/65/20 °C. Viele Datenblätter nennen heute zusätzlich 55/45/20 °C, weil moderne Anlagen so betrieben werden.

Achte beim Vergleich zweier Heizkörper immer auf dieselbe Temperaturangabe. Sonst vergleichst du 1.700 Watt mit 850 Watt und wunderst dich über den Preis.

Die Watt-Zahl gilt außerdem für saubere, frei stehende Heizkörper. Verkleidungen, Vorhänge und Staub zwischen den Blechen kosten Leistung.

Ein Heizkörpertausch kann sich lohnen. co2online nennt ihn ausdrücklich als Maßnahme, die beim Heizkostensparen hilft. Wichtig ist, dass der neue Heizkörper zur Vorlauftemperatur deiner Anlage passt.

75/65/20 °C
Vorlauf 75 °C, Rücklauf 65 °C, Raum 20 °C
55/45/20 °C
typische Niedertemperaturauslegung
45/35/20 °C
Wärmepumpenbetrieb, nochmals deutlich weniger Leistung
Faustwert
55/45 liefert grob die Hälfte von 75/65

Welcher Heizkörper Typ passt in welchen Raum?

Die Wahl hängt am Wärmebedarf des Raums, an der freien Fläche unter dem Fenster und an der geplanten Vorlauftemperatur.

Als grobe Orientierung dient die folgende Zuordnung. Sie ersetzt keine Heizlastberechnung, hilft aber beim Vorsortieren.

Raum / SituationTyp-EmpfehlungWarum
Kleiner Flur, Gäste-WCTyp 10 oder 11wenig Bedarf, flache Bauweise
Schlafzimmer, gut gedämmtTyp 11 oder 21niedrige Zieltemperatur reicht
Wohnzimmer NeubauTyp 22Standard mit Reserve
Altbau mit großen FensternTyp 22 lang oder Typ 33hoher Wärmebedarf
Wärmepumpe, niedriger VorlaufTyp 33 oder sehr langer Typ 22Leistung halbiert sich bei 55/45
Schmale Nische unter FensterTyp 21ca. 80 mm Bautiefe

Fazit der Tabelle: Typ 22 ist in den meisten Wohnräumen die solide Wahl, Typ 33 wird interessant, sobald die Vorlauftemperatur sinkt.

Wenn in deinem Haus eine Wärmepumpe geplant ist, schau dir die Heizkörper raumweise an. Details dazu stehen auf der Seite zu Heizkörpern für die Wärmepumpe und bei den Niedertemperatur-Heizkörpern.

Oft reicht es, zwei oder drei kritische Räume aufzurüsten. Der Rest läuft mit den vorhandenen Heizkörpern weiter, wenn sie groß genug dimensioniert sind.

Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Länge zu schauen. Die Bautiefe entscheidet aber genauso über die Leistung. Zwei gleich lange Heizkörper können sich um 1.000 Watt unterscheiden.

Achtung: Arbeiten an der Heizungsanlage selbst, also Kessel, Pumpe und Anlagendruck, gehören zum Fachbetrieb. Ich bin keine Heizungsbauerin. Zur Mietwohnung: Einen Heizkörper tauschst du nicht ohne Absprache mit dem Vermieter.

Was du jetzt tun solltest

  • Du willst einfach ersetzen, gleiche Leistung Nimm denselben Typ in denselben Maßen, dann passen Konsolen und Anschlüsse meist.
  • Die Nische ist flach, der Raum klein Typ 21 mit rund 80 mm Bautiefe bringt mehr Leistung als Typ 11 und baut schlank.
  • Vorlauftemperatur soll runter Plane Typ 33 oder einen deutlich längeren Typ 22 ein, die Leistung halbiert sich sonst.
  • Alter Gussheizkörper, Anlage läuft heiß Lass ihn hängen, solange er dicht ist und der Raum warm wird.

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Begriffe zum Thema

Häufige Fragen

Wieviel Watt hat ein Heizkörper Typ 22?

Ein Heizkörper Typ 22 mit 600 mm Höhe und 1000 mm Länge liefert rund 1.700 Watt bei 75/65/20 °C. Pro laufendem Meter kannst du mit etwa 1.700 Watt rechnen, bei 400 mm Länge sind es also rund 680 Watt. Senkst du die Vorlauftemperatur auf 55/45/20 °C, bleibt etwa die Hälfte übrig. Die genauen Werte stehen in der Tabelle des Herstellers.

Was ist der Unterschied zwischen Typ 21 und Typ 22?

Typ 22 hat ein zusätzliches Konvektorblech und damit mehr Leistung bei gleicher Höhe und Länge. Bei 600 × 1000 mm sind das rund 1.700 Watt gegenüber etwa 1.350 Watt beim Typ 21. Dafür baut Typ 21 mit rund 80 mm schlanker als Typ 22 mit rund 100 mm. Wenn Platz da ist, ist Typ 22 die sicherere Wahl.

Wie erkenne ich den Typ meines Heizkörpers?

Schau mit einer Taschenlampe von oben in den Heizkörper und zähle die Bauteile. Jede glatte, wasserführende Platte zählt für die erste Ziffer, jedes gefaltete Blechpaket für die zweite. Zwei Platten plus zwei Bleche ergeben Typ 22. Oft klebt zusätzlich ein Etikett an der Seite oder unter der oberen Abdeckung.

Welche alten Heizkörper Typen gibt es im Altbau?

Im Altbau findest du vor allem Gliederheizkörper aus Guss oder Stahl, Röhrenheizkörper, Rippenheizkörper und Konvektoren. Gliederheizkörper bestehen aus verschraubten Einzelelementen, Röhrenheizkörper aus dicht stehenden runden Rohren. Konvektoren sind Rohre mit aufgesteckten Lamellen, meist hinter einem Gitter. Alle wurden für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt.

Wie viel Wandabstand braucht ein Typ 22?

Rechne mit 30 bis 50 mm zwischen Heizkörperrückseite und Wand. Zusammen mit der Bautiefe von rund 100 mm ergibt das etwa 130 bis 150 mm ab Wand. Nach unten sollten rund 100 bis 120 mm frei bleiben, damit Luft nachströmen kann, nach oben rund 100 mm zur Fensterbank.

Kann ich einen Typ 22 gegen einen Typ 33 tauschen?

Technisch ja, wenn Platz, Konsolen und Anschlüsse passen. Typ 33 baut mit rund 155 mm deutlich tiefer als die rund 100 mm beim Typ 22, und er ist schwerer. Die Konsolen musst du in der Regel mitwechseln. Ob die Anlage die höhere Leistung liefert, klärt am besten der Fachbetrieb.

Was bedeutet die Angabe 75/65/20 °C?

Die drei Zahlen stehen für Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur und Raumtemperatur bei der Leistungsprüfung. Die Normwärmeleistung wird nach DIN EN 442 ermittelt und erfasst laut Wikipedia Strahlungs- und Konvektionswärme. Vergleiche Heizkörper immer bei derselben Temperaturangabe, sonst sind die Watt-Zahlen nicht vergleichbar.

Welcher Heizkörper Typ passt zur Wärmepumpe?

Meist Typ 33 oder ein sehr langer Typ 22, weil bei 55/45/20 °C nur etwa die Hälfte der Normleistung übrig bleibt. Ein Typ 33 mit 600 × 1000 mm liefert dann noch rund 1.200 Watt. Prüfe die Räume einzeln, oft müssen nur ein oder zwei Heizkörper getauscht werden.

Quellen und weiterführende Infos

  1. co2online: Heizkörpertypen im Überblick · Platten-, Glieder-, Niedertemperatur-Heizkörper
  2. Wikipedia: Heizkörper · Bauarten, Normleistung
  3. Wikipedia: Konvektionsheizung · Konvektoren
  4. Wikipedia: Vorlauftemperatur · Begriff, typische Werte

Stand der Prüfung: 3. November 2026. Hersteller- und Händlerangaben zu Geräten haben wir nicht selbst nachgemessen.

Über die Autorin

Sophia, Herausgeberin von Frosthelfer. Sie gibt Frosthelfer heraus und bereitet Herstellerangaben, Normen und Fachquellen so auf, dass du sie im Alltag umsetzen kannst. Sie ist keine Heizungsbauerin und sagt klar, wann der Fachbetrieb ran muss

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Erst den Bedarf, dann den Typ

Bevor du einen Heizkörper bestellst, rechne den Wärmebedarf des Raums grob durch. Danach weißt du, ob Typ 21, 22 oder 33 passt.

  • Raum ausmessen
  • Watt-Bedarf überschlagen
  • Nischentiefe prüfen

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