Elektroheizung: Was sie kostet und wann sie sinnvoll ist
Sophia, Herausgeberin von Frosthelfer
aktualisiert
Kurz gesagt: Jede Elektroheizung macht aus 1 kWh Strom etwa 1 kWh Wärme. Mehr als diese eine Kilowattstunde holt kein Gerät heraus, egal was auf der Verpackung steht. Sparsam wird es deshalb nur über die Laufzeit: kleiner Raum, passende Leistung, Thermostat, Zeitschaltuhr. Als Dauerlösung für die ganze Wohnung ist Strom teuer, als Zusatzwärme für Bad, Übergangszeit oder Frostschutz dagegen oft die praktischste Lösung.

Das Wichtigste in Kürze
- Jede Direkt-Elektroheizung macht aus 1 kWh Strom rund 1 kWh Wärme, mehr geht nicht.
- 2.000 Watt, 4 Stunden täglich: rund 84 Euro im Monat bei 0,35 €/kWh (Annahme).
- Sparsam wird es über kurze Laufzeit, kleinen Raum, Thermostat und Zeitschaltuhr.
- Im Bad zählen Schutzbereiche und IP-Schutzart, Festanschluss macht die Elektrofachkraft.
Inhalt dieser Seite
- So funktioniert eine Elektroheizung wirklich
- Die Gerätetypen im Überblick
- Welche Elektroheizung ist am sparsamsten?
- Elektroheizung Kosten
- Elektroheizung Kosten für 100 qm
- Heizen mit Strom oder Gas
- Elektroheizung an Steckdose, Wand oder Festanschluss
- Elektroheizung mit Wärmespeicher und Schamottekern
- Elektroheizung im Bad
- Wann sich eine Elektroheizung lohnt
- Häufige Fragen
- Wirkungsgrad
- ca. 1 kWh Wärme je kWh Strom
- Strompreis (Annahme)
- 0,35 €/kWh
- 2000 W, 4 h/Tag
- ca. 84 €/Monat
- Steckdose, Dauerlast
- max. ca. 2.000–2.300 W
Elektrisch heizen: Geräte, Kosten, Praxis
- InfrarotheizungStrahlungswärme: was stimmt, was nicht
- HeizlüfterSchnell warm, aber teuer im Dauerbetrieb
- ÖlradiatorLeise Wärme mit Thermostat
- Badheizkörper elektrischWärme fürs Bad ohne Heizungsanschluss
- HandtuchheizkörperMit Heizstab oder am Heizkreis
- Frostwächter5 °C halten für wenig Strom
- SteckdosenheizungWas 500 Watt wirklich schaffen
- TerrassenheizstrahlerInfrarot oder Gas-Heizpilz
- ZeltheizungSicher heizen ohne Kohlenmonoxid
- BauheizerRohbau, Werkstatt, Garage
So funktioniert eine Elektroheizung wirklich
Strom fließt durch einen Widerstand, der Widerstand wird heiß, die Wärme geht in den Raum. Das ist das ganze Prinzip.
Aus 1 kWh Strom entsteht dabei rund 1 kWh Wärme. Das gilt für den billigsten Heizlüfter genauso wie für das teure Glaspanel an der Wand.
Das ist der Punkt, an dem viele Werbeversprechen auseinanderfallen. Ein Gerät kann die Wärme angenehmer verteilen, schneller liefern oder länger halten. Weniger Strom für dieselbe Wärmemenge braucht es deshalb nicht.
Elektrische Heizung, Stromheizung, Direktheizung: gleiche Technik
Die Begriffe meinen im Alltag dasselbe. Eine elektrische Heizung ohne Wasserkreislauf heißt je nach Prospekt Stromheizung, Direktheizung oder Elektro-Direktheizung.
Unterschiede gibt es bei der Bauform und bei der Art der Wärme. Manche Geräte erwärmen die Luft, andere strahlen Flächen und Körper an. Beim Stromverbrauch pro Kilowattstunde Wärme sind sie gleich.
Die Ausnahme: Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe heizt ebenfalls mit Strom, arbeitet aber anders. Sie holt Wärme aus Luft oder Erdreich und macht aus 1 kWh Strom je nach Anlage und Vorlauftemperatur etwa 3 bis 4 kWh Wärme.
Dafür braucht sie große Heizflächen und niedrige Vorlauftemperaturen. Wie das mit vorhandenen Flächen funktioniert, steht bei den Niedertemperatur-Heizkörpern.
Alles, was in diesem Ratgeber zu Verbrauch und Kosten steht, gilt für Direktheizungen, nicht für Wärmepumpen.
Aus der Praxis: Wenn dir jemand ein Gerät mit „98 Prozent Wirkungsgrad“ als Sparheizung verkauft: Das schafft jeder Tauchsieder auch. Was zählt, ist die Laufzeit.
Die Gerätetypen im Überblick

Sechs Bauarten begegnen dir im Laden und im Netz immer wieder. Sie unterscheiden sich darin, wie die Wärme entsteht, wie schnell du sie spürst und wie laut das Ganze ist.
Ich sortiere sie danach, wofür sie im Haus tatsächlich zum Einsatz kommen.
| Gerät | Wärmeart | Schnell warm | Geräusch | Wofür geeignet |
|---|---|---|---|---|
| Heizlüfter | Warmluft, Gebläse | sehr schnell, Sekunden | deutlich hörbar | kurzes Aufwärmen, Werkstatt, Gäste-WC |
| Ölradiator | Konvektion plus etwas Strahlung über Ölfüllung | langsam, 15–30 Min. | lautlos, gelegentliches Knacken | Räume, die mehrere Stunden warm bleiben sollen |
| Konvektor | Konvektion, warme Luft steigt auf | mittel | leise, leichtes Knistern beim Aufheizen | Flure, kleine Zimmer, feste Wandmontage |
| Infrarotheizung | Strahlungswärme auf Flächen und Körper | Wärme spürbar nach wenigen Minuten, Raum später | lautlos | Arbeitsplatz, Bad-Zusatz, Wandmontage |
| Speicherheizung mit Schamottekern | Speicherwärme, verzögerte Abgabe | nein, lädt stundenlang | Gebläsegeräte hörbar | nur mit Heizstrom- oder Nachtstromtarif |
| Elektrischer Badheizkörper / Handtuchheizkörper mit Heizstab | Konvektion plus Strahlung | mittel | lautlos | Bad, Handtücher, Sommer und Übergangszeit |
Fazit der Tabelle: Schnelle Wärme kommt vom Gebläse, gleichmäßige Wärme vom Ölradiator oder Konvektor, Strahlungswärme von Infrarot. Sparsam ist keines dieser Geräte von Haus aus.
Der Heizlüfter ist das günstigste Gerät in der Anschaffung und das unangenehmste im Dauerbetrieb. Er wirbelt Staub auf, bläst dir die Luft in den Nacken und läuft meist mit 2.000 Watt.
Der Ölradiator braucht länger, gibt die Wärme dafür ruhig ab und arbeitet mit Thermostat in Takten. Für ein Schlafzimmer in der Übergangszeit ist er die angenehmere Wahl.
Eine Infrarotheizung wärmt dich direkt an, nicht die Luft. Das fühlt sich bei gleicher Raumtemperatur wärmer an. Den Raum auf Temperatur zu bringen dauert trotzdem.
Welche Elektroheizung ist am sparsamsten?
Am sparsamsten ist die Elektroheizung, die am kürzesten läuft und den kleinsten Raum beheizt. Beim Verbrauch pro Kilowattstunde Wärme nehmen sich die Geräte nichts, weil alle Strom eins zu eins in Wärme umwandeln.
Die Stiftung Warentest hat für fünf Gerätetypen die Betriebskosten verglichen. Ergebnis: Ein Wohnzimmer über den Winter elektrisch zu heizen kann 50 Euro oder fast 500 Euro kosten. Den Unterschied machen Laufzeit und beheizte Fläche, nicht die Bauart.
- Thermostat nutzen: Ohne Temperaturregelung läuft das Gerät durch. Das Umweltbundesamt nennt 20 °C als Richtwert im Wohnbereich, 17 °C im Schlafzimmer.
- Zeitschaltuhr davorstecken: Bad 30 Minuten vor dem Aufstehen an, danach aus. Das spart mehr als jedes Sparprogramm.
- Nur den Raum heizen, in dem du bist, und die Tür schließen.
- Nicht gegen offene Fenster heizen: kurz und kräftig stoßlüften, Gerät währenddessen aus.
- Zugluft abdichten: Eine undichte Tür zum kalten Flur frisst die Wärme schneller, als das Gerät nachlegt.
Elektroheizung sparsam betreiben: fünf Stellschrauben
Im Alltag bringen die folgenden Punkte mehr als die Gerätewahl. Geh sie bei jedem neuen Gerät der Reihe nach durch.
Die richtige Leistung wählen
Rechne mit etwa 60 bis 100 Watt je Quadratmeter in normal gedämmten Räumen. Im Altbau mit kalten Außenwänden eher mehr.
Ein 10-Quadratmeter-Bad kommt oft mit 600 bis 1.000 Watt aus. Ein 2.000-Watt-Gerät heizt es nicht wärmer, es erreicht die Temperatur nur schneller und schaltet dann ab. Zu groß gewählt wird vor allem beim Anschluss zum Problem.
Aus der Praxis: Die billigste Kilowattstunde ist die, die du nicht brauchst. Bevor du ein Elektrogerät aufstellst, entlüfte den vorhandenen Heizkörper und prüfe den Thermostatkopf. Oft ist das schon die Lösung.
Elektroheizung Kosten: so rechnest du den Monat durch
Die Formel ist simpel: Leistung in Kilowatt mal Stunden mal Strompreis. 2.000 Watt sind 2 Kilowatt, bei vier Stunden am Tag sind das 8 kWh.
Ich rechne hier mit 0,35 Euro je Kilowattstunde. Das ist eine Annahme, dein Tarif steht auf der Stromrechnung. Der Monat hat in der Tabelle 30 Tage.
| Leistung | 1 h/Tag | 4 h/Tag | 8 h/Tag |
|---|---|---|---|
| 500 W | 15 kWh = ca. 5,25 € | 60 kWh = ca. 21 € | 120 kWh = ca. 42 € |
| 1.000 W | 30 kWh = ca. 10,50 € | 120 kWh = ca. 42 € | 240 kWh = ca. 84 € |
| 2.000 W | 60 kWh = ca. 21 € | 240 kWh = ca. 84 € | 480 kWh = ca. 168 € |
Fazit der Tabelle: Rechenbeispiel bei 0,35 €/kWh (Annahme) und 30 Tagen: Ein 2.000-Watt-Gerät kostet bei acht Stunden täglich rund 168 Euro im Monat.
Ein Gerät mit Thermostat läuft nicht durchgehend auf voller Leistung. Es taktet, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist. Die Tabelle zeigt deshalb den oberen Rand.
Die Stiftung Warentest rechnet in ihrem älteren Beitrag mit 500 Betriebsstunden über den Winter bei einem 2-Kilowatt-Heizlüfter. Damals kam sie auf 270 Euro, bei 27 Cent je Kilowattstunde. Mit 0,35 Euro wären es nach derselben Rechnung rund 350 Euro.
Wenn du den tatsächlichen Verbrauch wissen willst, steck ein einfaches Strommessgerät zwischen Steckdose und Heizung. Nach einer Woche hast du eine ehrliche Zahl statt einer Schätzung.
Elektroheizung Kosten für 100 qm: Rechenbeispiel fürs ganze Jahr
Eine komplette Wohnung elektrisch zu beheizen geht technisch, wird aber teuer. Die Größenordnung hängt fast nur vom Dämmstandard ab.
Ich rechne mit typischen Heizwärmebedarfswerten je Quadratmeter und Jahr und wieder mit 0,35 Euro je Kilowattstunde. Beides sind Annahmen für ein Rechenbeispiel, keine Prognose für deine Wohnung.
Stromheizung Kosten senken: Hilft ein Heizstromtarif?
Vergünstigter Heizstrom ist an Bedingungen geknüpft, auf die du oft keinen Einfluss hast. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Infrarotheizungen meist mit teurem Haushaltsstrom betrieben werden müssen.
Nötig ist eine getrennte Messung mit eigenem Zähler für Heizung und Haushalt. Die Verbraucherzentrale nennt für einen zweiten Zähler 50 bis 100 Euro plus Montagekosten, dazu eine eigene Grundgebühr.
Außerdem muss der Netzbetreiber die Heizung als steuerbare Verbrauchseinrichtung freigeben. Einen Anspruch auf den günstigen Tarif hast du laut Verbraucherzentrale nicht. Tariflich vereinbarte Sperrzeiten können den Heizkomfort zusätzlich einschränken.
| Gebäudezustand | Heizwärmebedarf (Annahme) | Verbrauch 100 m² | Stromkosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Unsaniert, Altbau | ca. 150 kWh/m² im Jahr | 15.000 kWh | ca. 5.250 € |
| Teilsaniert | ca. 100 kWh/m² im Jahr | 10.000 kWh | ca. 3.500 € |
| Gut gedämmt, Neubaustandard | ca. 50 kWh/m² im Jahr | 5.000 kWh | ca. 1.750 € |
Fazit der Tabelle: Rechenbeispiel, keine Garantie: Je nach Dämmung liegen zwischen schlechtestem und bestem Fall rund 3.500 Euro im Jahr.
Die Spanne erklärt, warum Direktheizungen fast nur in sehr gut gedämmten Häusern als Hauptheizung diskutiert werden. Im unsanierten Altbau ist das eine sehr teure Entscheidung.
Bei voller Beheizung brauchst du außerdem Festanschlüsse, oft eine stärkere Absicherung und einen Elektriker. Das ist keine Steckdosenlösung mehr.
Heizen mit Strom oder Gas: der nüchterne Preisvergleich
Pro Kilowattstunde Wärme ist Strom im Direktbetrieb ungefähr dreimal so teuer wie Gas. Das ist der Kern der Sache, und daran ändert kein Gerät etwas.
Mit den Annahmen 0,35 Euro je Kilowattstunde Strom und 0,11 Euro je Kilowattstunde Gas kostet dieselbe Wärmemenge mit Strom gut das Dreifache. Die Stiftung Warentest sprach schon 2013 von einem Aufpreis von 200 Prozent oder mehr. Gerechnet wurde damals mit 27 Cent Strom gegenüber 7 bis 9 Cent aus Gas- oder Ölheizung.
Zwei Korrekturen gehören zur Fairness dazu. Die Gasheizung hat Verteil- und Erzeugungsverluste, dafür fallen bei ihr Wartung und Schornsteinfeger an. An der Größenordnung ändert das nichts.
Heizen mit Strom und Photovoltaik: Was bleibt im Winter übrig?
Die eigene PV-Anlage liefert genau dann am wenigsten, wenn du am meisten heizen musst. Kurze Tage, flacher Sonnenstand, Schnee auf den Modulen.
Ein Teil der Heizenergie lässt sich an sonnigen Wintertagen über den Mittag abdecken, besonders für ein Bad-Panel oder einen Handtuchheizkörper. Den Großteil des Winterbedarfs deckt eine typische Hausanlage ohne großen Speicher nicht.
Realistischer ist die Rechnung in Übergangszeit und Sommer: Handtücher trocknen, Gästezimmer kurz anwärmen, Werkstatt aufheizen. Dafür reicht Eigenstrom an vielen Tagen aus.
| Kriterium | Heizen mit Strom (Direktheizung) | Gasheizung |
|---|---|---|
| Preis je kWh (Annahme) | 0,35 € | 0,11 € |
| Anschaffung je Raum | niedrig, ab Steckdosengerät | hoch, Kessel und Leitungen |
| Installation | Stecker oder Elektriker | Fachbetrieb, Pflicht |
| Reaktionszeit | sofort bis wenige Minuten | Anlage muss hochfahren |
| Wartung | praktisch keine | jährlich, plus Schornsteinfeger |
| Sinnvoll für | einzelne Räume, Zusatzwärme, Frostschutz | ganzes Haus, Dauerbetrieb |
Fazit der Tabelle: Strom gewinnt bei kurzen Einsätzen in einzelnen Räumen, Gas bei Dauerwärme für die ganze Wohnung.
Achtung: Lass dir keine Infrarotheizung als Ersatz für eine Zentralheizung verkaufen, nur weil eine PV-Anlage auf dem Dach liegt. Die Jahresbilanz im Winter sieht anders aus als die Verkaufspräsentation im Sommer.
Elektroheizung an Steckdose, Wand oder Festanschluss
Wie das Gerät angeschlossen wird, bestimmt Leistung und Sicherheit. Und ob du selbst ran darfst. Aus einer Komfortfrage wird hier schnell eine Elektrofrage.
Elektroheizung an der Steckdose: Was geht und was nicht
Eine normale Schuko-Steckdose ist mit 16 Ampere abgesichert, rechnerisch sind das rund 3.600 Watt. Für Dauerbetrieb solltest du trotzdem bei etwa 2.000 bis 2.300 Watt bleiben.
Schau nach, was sonst noch am selben Stromkreis hängt. Wasserkocher, Mikrowelle und Heizlüfter gleichzeitig: Dann fliegt die Sicherung. Im schlechteren Fall wird eine alte Leitung warm, und der Stecker fühlt sich heiß an.
Steckerleisten und Mehrfachstecker sind für Heizgeräte tabu. Auch aufgerollte Verlängerungskabel nicht benutzen, die heizen sich auf.
Elektroheizung an der Wand: fest montiert statt mobil
Konvektoren, Infrarotpanels und elektrische Badheizkörper lassen sich an die Wand schrauben. Das spart Platz, verhindert Umkippen und sieht aufgeräumter aus.
Achte auf den Dübel und den Untergrund. Gipskarton braucht Hohlraumdübel, Beton eine ordentliche Bohrung. Die Mindestabstände zu Möbeln, Vorhängen und Decke stehen in der Anleitung und sind keine Empfehlung, sondern Pflicht.
Wird das Gerät fest angeklemmt statt eingesteckt, gehört das in die Hände einer Elektrofachkraft. Den Festanschluss mit 230 Volt solltest du nicht selbst anfassen.
Mobile Elektroheizung: flexibel, aber mit Regeln
Eine mobile Elektroheizung auf Rollen oder Füßen ist praktisch für wechselnde Räume. Sie braucht einen Kippschutz, der bei Umfallen abschaltet, und einen Überhitzungsschutz.
Stell sie frei auf, nicht hinter Sessel, nicht unter Gardinen, nicht auf Teppichfransen. Mindestens 50 Zentimeter Abstand nach vorn sind eine gute Gewohnheit.
Kinder und Haustiere im Haus: dann lieber Wandmontage oder ein Gerät mit kühlem Gehäuse wie ein Konvektor mit Schutzgitter.
Achtung: Heizgeräte nie unbeaufsichtigt über Nacht in Schlafräumen laufen lassen, keine Kleidung darauf trocknen und nie an einem Mehrfachstecker betreiben. Damit fängt der meiste Ärger an.
Elektroheizung mit Wärmespeicher und Schamottekern
Speichergeräte laden sich über Stunden auf und geben die Wärme danach verzögert ab. Im Inneren sitzen Schamottesteine oder Keramikblöcke, die viel Wärme aufnehmen.
Eine Elektroheizung mit Wärmespeicher verbraucht deshalb nicht weniger Strom. Sie verschiebt nur den Zeitpunkt, zu dem der Strom fließt.
Sinnvoll wird das nur mit einem günstigeren Heizstrom- oder Nachtstromtarif. Dann lädst du nachts billig und heizt tagsüber mit der gespeicherten Wärme. Ohne solchen Tarif zahlst du den normalen Haushaltspreis, nur eben nachts.
Eine Elektroheizung mit Schamottekern hat zwei typische Nachteile: Sie ist schwer, und sie reagiert träge. Wenn der Tag wärmer wird als gedacht, ist die Wärme trotzdem im Stein und muss raus.
Kleine Speicherpanels für einzelne Räume gibt es auch. Sie halten nach dem Abschalten noch eine Weile nach, was im Bad angenehm ist. Als Sparmaßnahme verkaufe ich sie dir nicht.
- Was Schamotte kann
- Wärme speichern und über Stunden verzögert abgeben
- Was Schamotte nicht kann
- Strom sparen, der Verbrauch bleibt 1 kWh Strom je 1 kWh Wärme
- Voraussetzung
- Heizstrom- oder Nachtstromtarif mit getrennter Messung
- Nachteil
- hohes Gewicht, träge Regelung, Wärme kommt auch an milden Tagen
- Altbestand
- alte Nachtspeicheröfen können Asbest enthalten, Rückbau nur vom Fachbetrieb
Achtung: Öffne alte Nachtspeicheröfen nie selbst. Geräte aus den 1960er und 1970er Jahren können Asbest enthalten, der Ausbau gehört zum Fachbetrieb.
Elektroheizung im Bad: Schutzbereiche und Schutzart

Im Bad gelten eigene Regeln, weil Wasser und Strom zusammenkommen. Maßgeblich ist die DIN VDE 0100-701 mit ihren Schutzbereichen rund um Wanne und Dusche.
Vereinfacht gesagt: In der Wanne und in der Dusche darf gar nichts hin. Direkt darüber und im Umkreis gelten Einschränkungen, außerhalb wird es entspannter. Welche Schutzart ein Gerät an welcher Stelle braucht, steht in der Anleitung des Herstellers.
Die IP-Schutzart sagt, wie gut ein Gerät gegen Wasser geschützt ist. IP24 bedeutet Schutz gegen Spritzwasser, IPX4 ist die typische Mindestanforderung für Geräte im Spritzwasserbereich. Ein Standard-Heizlüfter ohne Schutzartangabe hat im Bad nichts verloren.
Elegant löst das ein elektrischer Badheizkörper. Er hängt fest an der Wand, hat einen Heizstab im Inneren und bringt eine Zeitsteuerung mit. Im Sommer wärmt er Handtücher, ohne dass die Zentralheizung anspringt.
Ein Handtuchheizkörper mit Heizstab lässt sich auch nachrüsten, wenn bereits ein wassergeführtes Modell an der Wand hängt. Dann arbeitet er im Winter über die Heizung und im Sommer elektrisch.
Aus der Praxis: Im Bad hat sich eine Zeitschaltung bewährt: 30 Minuten vor dem Aufstehen an, nach dem Duschen aus. Dauerbetrieb bei 24 °C ist die teuerste Variante.
Wann sich eine Elektroheizung lohnt
Richtig gut ist Strom dort, wo selten und kurz Wärme gebraucht wird. Dort schlägt die niedrige Anschaffung die hohen Betriebskosten.
Diese Fälle sind im Alltag am häufigsten.
- Übergangszeit im Frühjahr und Herbst, wenn die Zentralheizung noch aus ist und abends ein Raum kühl wird.
- Selten genutzte Räume: Gästezimmer, Hobbyraum, Büro im Keller, Werkstatt.
- Bad als Zusatzwärme, besonders im Sommer für Handtücher.
- Frostschutz in Gartenhaus, Garage oder Pumpenraum. Dafür reicht ein Frostwächter, der erst unter etwa 5 °C anspringt.
- Notbetrieb, wenn die Heizung ausfällt und der Monteur erst morgen kommt.
Elektroheizung im Test: Was unabhängige Prüfungen zeigen
Einen klassischen Elektroheizung Test mit Testsieger gibt es für viele Gerätegruppen schlicht nicht. Die Stiftung Warentest hat 2022 fünf Varianten verglichen, darunter Heizlüfter, Infrarotheizung, Konvektor und Radiator. Gegenübergestellt wurden vor allem die Betriebskosten.
Ihr Fazit zur Infrarotheizung lautete sinngemäß: Notlösung ohne Sparpotenzial. Für Heizlüfter gilt, dass Radiatoren und Konvektoren je nach Zweck sicherer sind.
Ich erfinde hier keine Testsieger. Achte beim Kauf auf Thermostat, Kippschutz, Überhitzungsschutz, passende Leistung und bei Badgeräten auf die Schutzart. Daran erkennst du brauchbare Geräte.
Mieterinnen und Mieter: kurz Bescheid geben
Mobile Geräte an der Steckdose sind deine Sache. Sobald etwas fest an die Wand geschraubt oder angeklemmt wird, informierst du besser vorher die Vermieterin oder den Vermieter.
Das gilt auch für den elektrischen Heizstab im vorhandenen Handtuchheizkörper, weil dabei in den Heizkreis eingegriffen wird.
Aus der Praxis: Bevor du ein Gerät kaufst: Prüfe erst, warum der Raum kalt bleibt. Luft im Heizkörper, ein klemmender Thermostatstift oder ein verstellter Rücklauf kosten dich nichts außer 15 Minuten.
Was du jetzt tun solltest
- Bad soll morgens 20 Minuten warm sein Elektrischer Badheizkörper oder Infrarotpanel mit Zeitschaltuhr, fest montiert und vom Elektriker angeschlossen.
- Gartenhaus oder Keller soll frostfrei bleiben Ein Frostwächter mit kleiner Leistung reicht, er springt erst unter etwa 5 °C an.
- Abends zwei Stunden ein Zimmer zuheizen Ölradiator oder Konvektor mit Thermostat, 500 bis 1.000 Watt, Tür zu.
- 100 qm dauerhaft elektrisch beheizen Davon rate ich ab, im Rechenbeispiel landest du je nach Dämmung bei 1.750 bis 5.250 Euro im Jahr.
Lies als Nächstes
- InfrarotheizungWie Strahlungswärme wirkt, wo ein Panel passt und was die Stiftung Warentest dazu sagt.
- HeizlüfterSchnelle Wärme für kurze Einsätze, mit den Sicherheitsregeln für Steckdose und Aufstellort.
- ÖlradiatorDie leise Variante für Räume, die mehrere Stunden warm bleiben sollen.
- Badheizkörper elektrischModelle, Schutzarten und Montage im Bad, inklusive Betrieb im Sommer.
- FrostwächterKleine Leistung, großer Nutzen: So bleibt Gartenhaus oder Garage frostfrei.
- Niedertemperatur-HeizkörperWichtig, wenn du statt Direktstrom später auf eine Wärmepumpe setzen willst.
Häufige Fragen
Welche Elektroheizung ist am sparsamsten?
Sparsam ist die Heizung mit der kürzesten Laufzeit im kleinsten Raum, nicht eine bestimmte Bauart. Alle Direktheizungen machen aus 1 kWh Strom rund 1 kWh Wärme. Mehr bringen passende Leistung, Thermostat, Zeitschaltuhr und geschlossene Türen. Die Stiftung Warentest kam für ein elektrisch beheiztes Wohnzimmer über den Winter auf 50 Euro bis fast 500 Euro, je nach Nutzung.
Was kostet Heizen mit Strom pro Monat?
Ein 2.000-Watt-Gerät kostet bei vier Stunden täglich rund 84 Euro im Monat, gerechnet mit 0,35 Euro je Kilowattstunde (Annahme) und 30 Tagen. Bei 1.000 Watt und vier Stunden sind es etwa 42 Euro, bei 500 Watt und einer Stunde rund 5 Euro. Rechne einfach Kilowatt mal Stunden mal Strompreis.
Ist Heizen mit Strom oder Gas günstiger?
Gas ist je Kilowattstunde Wärme deutlich günstiger, meist etwa um den Faktor drei. Mit den Annahmen 0,35 Euro für Strom und 0,11 Euro für Gas kostet dieselbe Wärme mit Strom rund das Dreifache. Die Stiftung Warentest sprach von einem Aufpreis von 200 Prozent oder mehr. Für einzelne Räume und kurze Einsätze kann Strom trotzdem die praktischere Lösung sein.
Spart eine Elektroheizung mit Schamottekern Strom?
Nein, der Schamottekern speichert Wärme, spart aber keinen Strom. Er nimmt die Energie beim Laden auf und gibt sie verzögert wieder ab. Günstiger wird es nur, wenn du einen Heizstrom- oder Nachtstromtarif mit getrennter Messung hast und nachts lädst.
Darf eine mobile Elektroheizung im Bad stehen?
Nur, wenn das Gerät für Feuchträume zugelassen ist und außerhalb der Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 steht. Maßgeblich ist die IP-Schutzart, im Spritzwasserbereich typischerweise mindestens IPX4. Ein normaler Heizlüfter ohne Schutzartangabe gehört nicht ins Bad. Fest angeschlossene Geräte klemmt eine Elektrofachkraft an.
Kann ich mit Photovoltaik im Winter elektrisch heizen?
Nur zu einem kleinen Teil, weil die PV-Anlage im Winter am wenigsten liefert, wenn der Heizbedarf am höchsten ist. An sonnigen Wintertagen lässt sich über Mittag ein Bad-Panel oder ein Handtuchheizkörper mit Eigenstrom betreiben. Den Großteil des Winterbedarfs deckt eine typische Hausanlage ohne großen Speicher nicht.
Gibt es einen unabhängigen Elektroheizung Test?
Einen klassischen Elektroheizung Test mit Testsieger gibt es für viele Gerätegruppen nicht. Die Stiftung Warentest hat 2022 fünf Varianten verglichen, darunter Heizlüfter, Infrarotheizung, Konvektor und Radiator. Betrachtet wurden vor allem die Betriebskosten. Zur Infrarotheizung lautete das Urteil sinngemäß: Notlösung ohne Sparpotenzial.
Wie viel Watt braucht eine elektrische Heizung pro Raum?
Als grober Richtwert gelten 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, im schlecht gedämmten Altbau eher mehr. Ein 10-Quadratmeter-Bad kommt oft mit 600 bis 1.000 Watt aus. Mehr Leistung macht den Raum nicht wärmer, sondern nur schneller warm, belastet aber den Stromkreis stärker.
Quellen und weiterführende Infos
- Stiftung Warentest: Elektrisch heizen, Strom statt Gas · Heizlüfter, Radiator, Infrarot im Vergleich
- Stiftung Warentest: Heizen mit Strom, 200 Prozent Aufpreis · Kosten Stromdirektheizung
- Verbraucherzentrale: Für Infrarotheizungen gibt es oft keinen günstigen Heizstrom · Heizstromtarife, Sperrzeiten
- Umweltbundesamt: Richtiges Heizen · Richtwert 20 °C, Stoßlüften
- Wikipedia: Heizlüfter · 1000/2000 W, Einsatz
- Wikipedia: Konvektionsheizung · Konvektoren
Stand der Prüfung: 3. November 2026. Hersteller- und Händlerangaben zu Geräten haben wir nicht selbst nachgemessen.
Über die Autorin
Sophia, Herausgeberin von Frosthelfer. Sie gibt Frosthelfer heraus und bereitet Herstellerangaben, Normen und Fachquellen so auf, dass du sie im Alltag umsetzen kannst. Sie ist keine Heizungsbauerin und sagt klar, wann der Fachbetrieb ran muss
Das passende Gerät finden
Welche Bauart zu deinem Raum passt, entscheidet sich an Laufzeit, Geräusch und Montageort. In den einzelnen Ratgebern gehe ich die Geräte Schritt für Schritt durch.
- Leistung passend wählen
- Thermostat und Zeitschaltuhr
- Schutzart fürs Bad
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