Infrarotheizung: was sie kann, was sie kostet, wann sie sinnvoll ist

, Herausgeberin von Frosthelfer
aktualisiert

Kurz gesagt: Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Direktheizung, die Strahlungswärme an Flächen und Menschen abgibt. Technisch gilt dabei schlicht: 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme, mehr ist physikalisch nicht drin. Angenehm ist sie trotzdem, weil Strahlung schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur warm wirkt. Als Zusatzheizung im Bad, im Gäste- oder Hobbyraum und am Schreibtisch ergibt sie Sinn, als Ersatz für eine ganze Hausheizung wird sie teuer.

Mit KI zusammenfassen: ChatGPTPerplexityClaudeGrok
Infrarotheizung: was sie kann, was sie kostet, wann sie sinnvoll ist

Das Wichtigste in Kürze

  • 1 kWh Strom ergibt 1 kWh Wärme, höhere Wirkungsgrade sind physikalisch nicht möglich.
  • 1000 W bei 4 h täglich kosten rund 1,40 € pro Tag (Annahme 0,35 €/kWh).
  • Für 20 m² brauchst du je nach Dämmung etwa 1.200 bis 2.600 Watt.
  • Immer mit Thermostat betreiben, Fühler nicht direkt neben der Heizplatte platzieren.
Inhalt dieser Seite
  1. Zwei Infrarot-Bildheizungen im Steckbrief
  2. Die beiden Modelle direkt verglichen
  3. Wie funktioniert eine Infrarotheizung?
  4. Infrarotheizung Lüge
  5. Infrarotheizung Test
  6. Infrarotheizung Stromverbrauch realistisch gerechnet
  7. Infrarotheizung Kosten
  8. Infrarotheizung
  9. Montage
  10. Infrarotheizung im Bad
  11. Infrarotheizung mit Thermostat
  12. Infrarotheizung gegen Schimmel
  13. Infrarotheizung Vor- und Nachteile im Überblick
  14. Häufige Fragen
Energie
1 kWh Strom = 1 kWh Wärme
Leistung
ca. 60–120 W je m²
Betrieb
1000 W, 4 h ≈ 1,40 €
Montage
Wand, Decke, Spiegel

Wo soll deine Infrarotheizung hängen und was soll sie leisten?

Wohnraum bis ca. 20 m²

Könighaus Bildheizung 1000 W mit Thermostat

Bekannte Marke, Motiv frei wählbar, Thermostat dabei. Infrarot-Bildheizung, Preisklasse über 200 €.

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So habe ich ausgewählt: Ich teste keine Geräte im Labor und behaupte das auch nicht. Ich schaue auf das, was im Alltag zählt: passende Leistung, mitgelieferte Regelung, saubere Befestigung und ehrliche Herstellerangaben. Effizienzversprechen ignoriere ich grundsätzlich. Bei einer Direktheizung ist jedes Gerät gleich effizient.

  • Leistung passend zur Raumgröße
  • Thermostat im Lieferumfang
  • Stabile Wand- oder Deckenhalterung
  • Nachvollziehbare Angaben und Garantie

Zwei Infrarot-Bildheizungen im Steckbrief

1

Könighaus Bildheizung 1000 W mit Thermostat

Für Räume bis etwa 20 m², wenn die Platte die Hauptwärme in einem selten genutzten Zimmer liefern soll.

Leistung
1000 W
Raum
14–26 m² laut Hersteller
Regelung
Thermostat
Garantie
5 Jahre Herstellergarantie
Preisklasse
über 200 €

Stärke: Bekannte Marke, Motiv frei wählbar, Thermostat dabei.

Grenze: Raumangaben sind optimistisch, im Altbau eher kleiner rechnen.

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2

Könighaus Bildheizung 450 W mit Thermostat

Für gezielte Zusatzwärme an einem Sitzplatz oder in einem kleinen Raum bis rund 10 m².

Leistung
450 W
Raum
5–12 m² laut Hersteller
Regelung
Thermostat
Einsatz
Zusatzheizung
Preisklasse
100–150 €

Stärke: Kleine Leistung für gezielte Wärme an einem Platz.

Grenze: Als alleinige Heizung zu schwach.

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Die beiden Modelle direkt verglichen

GerätLeistungRaum laut HerstellerRegelungPreisklasseRolle
Könighaus Bildheizung 1000 W mit Thermostat1000 W14–26 m² laut HerstellerThermostatüber 200 €Hauptwärme in kleinen Räumen
Könighaus Bildheizung 450 W mit Thermostat450 W5–12 m² laut HerstellerThermostat100–150 €Zusatzheizung am Platz

Fazit der Tabelle: Die 1000-W-Variante deckt kleine Zimmer ab, die 450-W-Platte ist die ehrlichere Wahl für punktuelle Zusatzwärme.

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Direktheizung. Strom fließt durch ein Heizelement hinter einer Platte, die Platte wird warm und gibt ihre Wärme überwiegend als Strahlung ab.

Diese Strahlung erwärmt nicht zuerst die Luft. Sie trifft auf Boden, Wände, Möbel und auf deine Haut. Erst diese Flächen geben die Wärme langsam wieder an den Raum ab.

Der Unterschied zum klassischen Heizkörper ist der Anteil, nicht das Prinzip. Ein normaler Radiator arbeitet stark über Konvektion, also über aufsteigende warme Luft. Eine Infrarotplatte setzt mehr auf Strahlung.

Spürbar ist das sofort. Wenn du vor einer laufenden Platte stehst, fühlt sich das an wie Sonne hinter einer Fensterscheibe im März. Zwei Meter zur Seite ist der Effekt schon deutlich schwächer.

Strahlung wirkt nur dort, wo sie hinkommt

Das ist der ganze Vorteil und gleichzeitig die Grenze. Steht ein Schrank zwischen dir und der Platte, wird der Schrank warm.

Deshalb entscheidet die Position über das Ergebnis. Eine Platte hinter dem Sofa, die auf eine Gardine strahlt, heizt den Vorhang und nicht dich.

Je freier die Fläche abstrahlen kann, desto mehr Wärme kommt an. Vorhänge, Regale und hohe Möbel sind dabei die üblichen Spielverderber.

Oberflächentemperatur und Vorlaufzeit

Die Platten werden je nach Hersteller meist rund 80 bis 100 °C heiß. Das merkst du, wenn du mit der Hand nah herangehst.

Von null auf spürbare Wärme dauert es in der Regel ein paar Minuten. Bis sich ein kalter Raum über warme Wandflächen wirklich behaglich anfühlt, vergeht dagegen deutlich mehr Zeit.

Kinder und Haustiere sollten nicht direkt an die Platte kommen. Schau bei Wandmontage in Sitzhöhe vorher in die Herstellerhinweise zu Mindestabständen.

Beim Energieumsatz gibt es nichts zu holen

Eine Kilowattstunde Strom ergibt eine Kilowattstunde Wärme. Das gilt für jede elektrische Direktheizung, ob Infrarotplatte, Heizlüfter oder Konvektor.

Unterschiede entstehen also nur beim Komfort und bei der Regelung, nicht beim Wirkungsgrad. Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir Physik, die es nicht gibt.

Aus der Praxis: Miss vor dem Kauf aus, wo du dich im Raum tatsächlich aufhältst. Die Platte muss diesen Platz frei anstrahlen können, sonst kaufst du Watt ohne Wirkung.

Infrarotheizung Lüge: was stimmt und was nicht

Den Begriff liest man ständig in Foren, deshalb hier die nüchterne Trennung. An der Technik ist nichts gelogen, an manchen Werbeversprechen schon.

Richtig ist: Strahlungswärme wirkt schnell. Sie fühlt sich schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur angenehm an, und die Geräte sind billig in der Anschaffung. Falsch ist alles, was auf Wirkungsgrade über 100 Prozent oder auf halbierte Heizkosten gegenüber Gas hinausläuft.

Die Einschätzung zu so einer Platte im Hobbyraum: Sie macht genau das, was sie soll, aber sie ist kein Sparwunder. Sie ist eine sehr bequeme Art, punktuell und kurzfristig warm zu werden.

Wer sie als Notlösung oder Zusatz kauft, wird zufrieden sein. Wer sie als Komplettersatz für eine Zentralheizung kauft, bekommt die Rechnung im Frühjahr.

„Spart bis zu 50 % Heizkosten“
Nur wenn du vorher sehr ineffizient geheizt hast. Gegen Gas oder Wärmepumpe verliert Strom direkt.
„Wirkungsgrad über 100 %“
Physikalisch unmöglich. Aus 1 kWh Strom werden 1 kWh Wärme, nicht mehr.
„Trocknet feuchte Wände dauerhaft“
Warme Oberflächen helfen gegen Kondensat, beseitigen aber keine bauliche Ursache.
„Du kannst 2 bis 3 Grad niedriger heizen“
Beim Komfortempfinden ist etwas dran, aber nur im direkten Strahlungsbereich.
„Wartungsfrei und damit insgesamt günstiger“
Stimmt bei der Wartung. Die laufenden Stromkosten fressen den Vorteil meist auf.
„Speichert Wärme in den Wänden“
Ein kleiner Effekt existiert. Eine Nachtspeicherheizung ersetzt die Platte nicht.

Achtung: Vorsicht bei Anbietern, die mit Vergleichsrechnungen gegen alte Ölheizungen werben und dabei einen besonders niedrigen Strompreis unterstellen. Rechne immer mit deinem echten Arbeitspreis nach.

Infrarotheizung Test: was Stiftung Warentest sagt

Einen klassischen Produkttest mit Rangliste gibt es für diese Gerätegattung kaum. Die Stiftung Warentest hat Infrarotheizungen aber eingeordnet und nennt sie eine Notlösung ohne Sparpotenzial.

Besonders deutlich wird das an ihrem Rechenbeispiel. Laut test.de bräuchte eine 100-Quadratmeter-Wohnung, die komplett mit Infrarot beheizt wird, rund 8.000 Watt Gesamtleistung.

Laufen diese Geräte in der kalten Jahreshälfte täglich acht Stunden, kommen laut Stiftung Warentest 11.680 Kilowattstunden im Jahr zusammen. Bei 40 Cent je Kilowattstunde sind das knapp 4.700 Euro.

Was ein Infrarotheizung Test dir nicht beantwortet

Die Geräte unterscheiden sich technisch weniger, als die Werbung suggeriert. Eine Platte mit 600 Watt gibt 600 Watt Wärme ab, egal welches Markenlogo hinten klebt.

Unterschiede findest du bei Verarbeitung, Befestigung, Oberflächentemperatur, Regelung und Garantie. Genau darauf solltest du beim Kauf achten, nicht auf Effizienzversprechen.

Bei Tests im Netz, die Ersparnisse gegenüber Gas berechnen, schau dir die unterstellten Preise an. Ändert man den Strompreis um zehn Cent, kippt das ganze Ergebnis.

Zum Vergleich nennt test.de für dieselbe Fläche eine Gasheizung mit rund 16.000 Kilowattstunden. Bei den dort angesetzten 13 Cent je Kilowattstunde wären das gut 2.000 Euro.

Der zweite Hinweis aus dem Beitrag betrifft das Stromnetz. Wenn morgens und abends viele Elektroheizungen gleichzeitig laufen, warnen Fachverbände wie der VDE vor Problemen im Netz.

Die praktische Empfehlung daraus ist simpel. Strom nur dann in Wärme verwandeln, wenn tatsächlich jemand im Raum sitzt.

Infrarotheizung Stromverbrauch realistisch gerechnet

Der Stromverbrauch lässt sich bei einer Direktheizung sehr genau vorhersagen. Leistung mal Laufzeit, fertig, es gibt keinen Umwandlungsverlust und keinen Bonus.

Eine 600-Watt-Platte, die eine Stunde läuft, verbraucht 0,6 Kilowattstunden. Wichtig ist nur: Mit Thermostat läuft sie nicht durchgehend, sondern taktet.

Für die folgende Tabelle rechne ich mit 4 Stunden Laufzeit am Tag und einem angenommenen Strompreis von 0,35 Euro je Kilowattstunde. Setz deinen eigenen Arbeitspreis ein, dann stimmt die Zahl für dich.

LeistungVerbrauch je Tag (4 h)Kosten je TagKosten je Monat (30 Tage)Heizperiode (180 Tage)
450 W1,8 kWh0,63 €18,90 €113,40 €
600 W2,4 kWh0,84 €25,20 €151,20 €
1000 W4,0 kWh1,40 €42,00 €252,00 €

Fazit der Tabelle: Eine einzelne Platte als Zusatz bleibt bezahlbar, drei Platten in drei Räumen summieren sich schnell auf mehrere Hundert Euro je Winter.

Die Rechnung gilt für echte Laufzeit. Hängt die Platte an einem Thermostat, zählt nur die Zeit, in der sie wirklich heizt. In einem gedämmten Raum sind das oft 40 bis 60 Prozent der Nutzungszeit.

In einem kalten Altbauraum mit Außenwand kann es dagegen fast Dauerbetrieb werden. Das ist dann der Punkt, an dem ein Ölradiator mit guter Regelung komfortabler sein kann, weil er die Wärme länger hält.

Aus der Praxis: Häng für zwei Wochen ein Energiekostenmessgerät zwischen Steckdose und Heizung. Danach weißt du exakt, was dein Raum kostet, statt zu schätzen.

Infrarotheizung Kosten: Anschaffung, Strom, Heizstromtarif

Bei den Anschaffungskosten ist die Technik wirklich günstig. Einfache Platten für kleine Räume liegen in der Preisklasse 100 bis 150 Euro. Bild- und Spiegelheizungen mit mehr Leistung und Thermostat kosten eher über 200 Euro.

Dazu kommen Kleinteile: Wandhalterung, Dübel, gegebenenfalls ein Funkthermostat. Bei Steckerbetrieb entfällt die Installation, bei Festanschluss kommt der Elektriker dazu.

Der größte Irrtum betrifft den Tarif. Viele rechnen mit günstigem Heizstrom, doch laut Verbraucherzentrale lassen sich vergünstigte Heizstromtarife für Infrarotheizungen nur in den seltensten Fällen nutzen.

Voraussetzung wäre eine getrennte Messung mit eigenem Zähler für Heiz- und Haushaltsstrom. Die Verbraucherzentrale nennt dafür 50 bis 100 Euro für einen zweiten Zähler plus Montagekosten und eine zusätzliche Grundgebühr.

Außerdem muss der Netzbetreiber den Anschluss als steuerbare Verbrauchseinrichtung freigeben. Einen Anspruch auf den günstigen Strom hast du trotzdem nicht.

Und selbst wenn es klappt, kommen tariflich vereinbarte Sperrzeiten dazu. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass diese Sperrzeiten den Heizkomfort bei Infrarotheizungen stark einschränken können, weil die Geräte keine Wärme speichern.

Gerät
je nach Größe und Ausführung, Bildheizungen meist teurer als weiße Platten
Thermostat
Steckdosen- oder Funkthermostat, oft schon im Lieferumfang
Montage
Dübel und Schrauben passend zur Wand, bei Decke zwingend tragfähiger Untergrund
Elektrik im Bad
Festanschluss nur durch den Elektrofachbetrieb
Strom
der eigentliche Kostenblock, siehe Tabelle oben

Achtung: Rechne bei der Planung immer mit deinem normalen Haushaltsstrompreis. Alles andere ist Hoffnung, kein Kalkulationswert.

Infrarotheizung: wieviel Watt für 20 qm?

Für 20 Quadratmeter brauchst du je nach Dämmstandard grob 1.200 bis 2.600 Watt. Das ist eine Faustformel, keine Heizlastberechnung, aber sie bewahrt dich vor der typischen Unterdimensionierung.

Als Anker dient die Rechnung von test.de: 100 Quadratmeter mit rund 8.000 Watt, das sind 80 Watt je Quadratmeter für eine durchschnittliche Wohnung.

Nach oben oder unten korrigierst du dann nach Fenstern, Außenwänden, Raumhöhe und Dämmung.

GebäudeFaustwert je m²Bedarf für 20 m²Sinnvolle Aufteilung
Neubau, sehr gut gedämmt50–70 W1.000–1.400 W1 Platte mit 1000 W oder 2 kleine
Saniertes Bestandsgebäude70–90 W1.400–1.800 W2 Platten, z. B. 1000 W plus 600 W
Altbau, einfach verglast, Außenwände100–130 W2.000–2.600 W2–3 Platten, besser mehr Fläche als Leistung
Zusatzwärme an einem Sitzplatznicht nach Fläche450–600 W1 Platte in Sitznähe, frei abstrahlend

Fazit der Tabelle: Rechne im Altbau großzügig: Eine zu knapp dimensionierte Platte läuft dauerhaft auf Volllast und wird trotzdem nicht warm.

Herstellerangaben sind in der Regel optimistisch. Könighaus nennt für seine 450-Watt-Bildheizung 5 bis 12 Quadratmeter und für die 1000-Watt-Variante 14 bis 26 Quadratmeter.

Diese Spannen gelten für günstige Bedingungen. In einem zugigen Altbauzimmer mit zwei Außenwänden würde ich eher den unteren Wert nehmen und dann noch einen Schritt abziehen.

Besser als eine sehr starke Platte sind oft zwei kleinere an unterschiedlichen Wänden. Die Strahlung verteilt sich gleichmäßiger und du hast weniger kalte Ecken.

Aus der Praxis: Wenn du zwischen zwei Leistungsstufen schwankst, nimm die größere mit Thermostat. Überschüssige Leistung regelt das Thermostat weg, fehlende Leistung kannst du nicht nachrüsten.

Montage: Infrarotheizung an Wand oder Decke

Hände montieren eine flache weiße Infrarot-Heizplatte mit Halterung an der Wohnzimmerwand
An der Wand zählt die freie Abstrahlfläche: Möbel oder Vorhänge davor schlucken die Strahlungswärme. Visualisierung

Die häufigste Lösung ist die Infrarotheizung an der Wand, möglichst in Sitz- oder Stehhöhe und mit freier Sicht auf den Aufenthaltsbereich. So trifft die Strahlung dich und nicht die Rückseite des Sofas.

Die Infrarotheizung an der Decke ist die zweite Variante. Wärme von oben wirkt gleichmäßig, stört keine Möblierung und ist in Bad und Flur oft die praktischste Lösung.

An der Decke brauchst du zwingend einen tragfähigen Untergrund und die Mindestabstände des Herstellers. In eine abgehängte Gipskartondecke ohne Unterkonstruktion bohrst du nichts.

Infrarotheizung als Bild

Eine Infrarotheizung als Bild ist technisch dieselbe Platte, nur mit bedruckter Oberfläche. Der Heizeffekt ändert sich dadurch nicht.

Der Vorteil ist rein optisch, und der ist nicht zu unterschätzen. Eine weiße Platte im Wohnzimmer sieht nach Technik aus, ein Motiv fällt niemandem auf.

Achte darauf, dass der Druck für die Oberflächentemperatur freigegeben ist. Bei Markengeräten ist das selbstverständlich, bei sehr billigen Angeboten nicht immer.

Infrarotheizung als Spiegel

Eine Infrarotheizung als Spiegel ist die eleganteste Lösung fürs Bad. Die Spiegelfläche bleibt durch die Eigenwärme über der Taupunkttemperatur und beschlägt deshalb beim Duschen nicht.

Als alleinige Badheizung ist so ein Spiegel meist zu schwach. Er ergänzt die vorhandene Heizung, statt sie zu ersetzen.

Für Spiegelheizungen gelten dieselben Regeln wie für jedes andere Elektrogerät im Bad: passende Schutzart und richtiger Montageort.

MontageortPasst fürVorteilZu beachten
Wand, SitzhöheWohnzimmer, Büro, SchlafzimmerWärme trifft direkt auf den SitzplatzFreie Abstrahlfläche nötig, keine Möbel davor
Wand, hoch montiertFlur, KinderzimmerAußer Reichweite, kein BerührungsrisikoWeniger direkte Strahlung auf den Körper
DeckeBad, Flur, niedrige RäumeGleichmäßig, platzsparend, keine MöbelkonflikteTragfähiger Untergrund, Mindestabstand einhalten
Bild (Motivdruck)Wohn- und ArbeitsräumeFällt kaum als Heizung aufMeist etwas teurer als weiße Platten
SpiegelBad, Gäste-WC, GarderobeDoppelnutzen, beschlägt nichtNur Modelle mit passender Schutzart

Fazit der Tabelle: Wand in Sitznähe bringt das beste Wärmegefühl, Decke die beste Raumausnutzung, Bild und Spiegel die unauffälligste Optik.

Achtung: Bohre nie blind in Wand oder Decke. Nutze einen Leitungssucher und achte auf Strom- und Wasserleitungen. Bist du dir bei der Tragfähigkeit unsicher, frag einen Fachbetrieb.

Infrarotheizung im Bad: Schutzbereiche und Schutzart

Spiegelheizung über dem Waschbecken im Bad, Hand stellt das Wandthermostat ein
Im Bad entscheiden Schutzart und Schutzbereich darüber, wo ein Heizpaneel überhaupt hängen darf. Visualisierung

Im Bad gelten besondere Regeln, und die sind keine Formsache. Maßgeblich sind die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701, die festlegen, welches Gerät wo hängen darf.

Bereich 0 ist das Innere von Wanne und Dusche, Bereich 1 die Fläche direkt darüber. Bereich 2 ist der Streifen von 60 Zentimetern um Bereich 1 herum. Heizpaneele gehören außerhalb von 0 und 1. Mindestens Schutzart IPX4 brauchen sie, wenn sie Spritzwasser abbekommen können.

Steht in der Anleitung keine klare Aussage zu Schutzart und zulässigem Bereich, ist das Gerät für mich kein Badgerät. Ganz unabhängig vom Preis.

Viele Badmodelle werden fest angeschlossen statt über Stecker. Diesen Festanschluss mit 230 V im Bad macht ein Elektrofachbetrieb, dafür bin ich nicht die Richtige und du vermutlich auch nicht.

Als Dauerlösung fürs Bad halte ich einen elektrischen Badheizkörper oft für sinnvoller, weil er Handtücher trocknet. Die Infrarotplatte punktet dort, wo es schnell warm werden soll, etwa an der Decke über dem Waschplatz.

Praktisch ist die Kombination: Deckenpaneel für die schnelle Strahlungswärme beim Abtrocknen, Handtuchhalter oder Badheizkörper für die Grundwärme.

In der Mietwohnung gilt zusätzlich: Für feste Installationen brauchst du die Zustimmung des Vermieters. Ein Steckergerät an der Wand ist unkritisch, ein Festanschluss nicht.

Aus der Praxis: Im Bad zahlt sich ein Thermostat mit Zeitprogramm besonders aus. 20 Minuten vor dem Duschen vorheizen reicht völlig, Dauerbetrieb ist Geldverbrennung.

Infrarotheizung mit Thermostat: ohne Regelung wird es teuer

Ohne Thermostat läuft eine Infrarotplatte stur auf voller Leistung, bis du sie ausschaltest. Genau daraus entstehen die Horror-Stromrechnungen, von denen in Foren berichtet wird.

Eine Infrarotheizung mit Thermostat regelt dagegen nach Raumtemperatur und taktet. Bei vielen Modellen liegt ein Funkthermostat bei, sonst nimmst du ein Steckdosenthermostat für unter 30 Euro.

Wichtig ist, wo der Temperaturfühler sitzt. Ein häufiger Fehler: zu nah an der Platte. Dort misst er die Strahlungswärme und schaltet zu früh ab, an der Innenwand gegenüber den Raum.

  • Steckdosenthermostat: einfachste Lösung für Steckergeräte, Fühler im Stecker oder als Kabelfühler
  • Funkthermostat: Fühler frei im Raum platzierbar, meist mit Wochenprogramm
  • Smartes Thermostat per App: sinnvoll, wenn du Räume unregelmäßig nutzt und fernsteuern willst
  • Integrierter Regler am Gerät: bequem, misst aber oft die eigene Abwärme mit
  • Zeitprogramm: Vorheizen statt Dauerbetrieb, besonders im Bad und Gästezimmer

Für Räume, die du planbar nutzt, stellst du zwei Zeitfenster ein. Morgens eine knappe Stunde, abends zwei bis drei, dazwischen eine Absenkung auf 16 bis 17 °C.

Das Umweltbundesamt empfiehlt übrigens, auch wenig genutzte Räume geringfügig zu beheizen. In Schlafräumen soll die Raumtemperatur möglichst nicht unter 16 °C sinken. Eine Absenkung ist gut, ein Auskühlen bis zur kalten Wand nicht.

Und ein Detail, das viele übersehen: Jedes Mal, wenn du den Raum verlässt, schaltet das Thermostat die Platte ab. Bei einer Direktheizung ist Abschalten tatsächlich sofort gespartes Geld, weil nichts gespeichert wird.

Infrarotheizung gegen Schimmel: was sie wirklich leistet

Gegen Schimmel hilft eine Infrarotheizung nur indirekt, indem sie kalte Wandoberflächen erwärmt. Schimmel wächst dort, wo feuchte Luft an kalten Flächen kondensiert, und eine wärmere Oberfläche verschiebt diesen Punkt.

Die Ursache beseitigt sie damit nicht. Eine Wärmebrücke, ein Bauschaden oder dauerhaft zu hohe Luftfeuchte bleiben bestehen, auch wenn die Platte läuft.

Deshalb gehst du bei Schimmel immer zuerst an die Feuchtequellen. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass jede Person pro Nacht etwa ein Viertel Liter Wasser an die Raumluft abgibt.

  • Räume ausreichend und gleichmäßig heizen, kalte Luft nimmt weniger Feuchte auf
  • Auch wenig genutzte Räume geringfügig beheizen, Türen zu kühlen Räumen geschlossen halten
  • Kühle Räume nicht mit warmer Luft aus Nachbarräumen temperieren, das trägt Feuchte hinein
  • Mehrmals täglich stoßlüften, besonders nach Duschen, Kochen und Wäschetrocknen
  • Wärmeabgabe der Heizkörper nicht durch Verkleidungen oder Vorhänge behindern
  • Möbel ein paar Zentimeter von kalten Außenwänden abrücken

Als Zusatz kann eine gezielt auf die kalte Wand gerichtete Platte helfen, die Oberfläche über die kritische Temperatur zu bringen. In einem Schlafzimmer mit kalter Nordwand ist das ein brauchbarer Behelf.

Dauerhaft ist es eine teure Symptombehandlung. Das Geld steckt man langfristig besser in Dämmung oder in die Beseitigung des Bauschadens.

Bei sichtbarem Befall über einen halben Quadratmeter gehört die Sanierung in Fachhände. Als Mieterin informierst du zusätzlich sofort den Vermieter, schriftlich und mit Foto.

Achtung: Lass dir keine Infrarotheizung als Sanierungsmaßnahme gegen Schimmel verkaufen. Sie ist ein Hilfsmittel, keine Ursachenbehebung.

Infrarotheizung Vor- und Nachteile im Überblick

Die Entscheidung fällt selten an der Technik. Sie fällt daran, wofür du das Gerät brauchst. Als Zusatz überzeugen die Platten, als Hauptheizung selten.

Hier stehen die wichtigsten Punkte nebeneinander, damit du sie gegen deine Situation halten kannst.

Infrarotheizung Nachteile, die im Alltag am meisten stören

Am meisten stört die fehlende Speicherung. Du kommst in den Raum, er ist kalt, und die Platte braucht ihre Anlaufzeit.

Dazu die Richtwirkung. Sitzt du seitlich versetzt, ist der Unterschied deutlich spürbar und wirkt wie Zugluft, obwohl keine da ist.

Und die Stromrechnung. Drei Platten in drei Räumen über einen Winter sind schnell ein dreistelliger Betrag, der im Frühjahr auf einmal auffällt.

Wann sie sinnvoll ist

In selten genutzten Räumen: Gästezimmer, Hobbyraum, Homeoffice im Dachgeschoss. Dort laufen sie wenige Stunden und ersetzen keine teure Erweiterung der Zentralheizung.

Als Zusatz im Bad, wenn der vorhandene Heizkörper morgens zu langsam ist. Ein Deckenpaneel über dem Waschplatz ist dafür ideal.

Punktuell am Schreibtisch, wenn du nur einen Arbeitsplatz warm brauchst statt des ganzen Raums.

Im sehr gut gedämmten Neubau oder Passivhaus mit eigener PV-Anlage kann die Rechnung aufgehen. Vorsichtig bleiben: Im Winter liefert die Anlage genau dann am wenigsten, wenn du am meisten heizt.

VorteileNachteile
Günstig in der Anschaffung, oft unter 200 €Strom ist die teuerste Art zu heizen, 1 kWh bleibt 1 kWh
Schnell spürbare Strahlungswärme am PlatzWirkung nur dort, wo die Strahlung hinkommt
Keine Wartung, kein Wasser, keine EntlüftungKeine Wärmespeicherung, nach dem Abschalten ist es schnell vorbei
Flach, unauffällig, als Bild oder Spiegel erhältlichGünstiger Heizstromtarif laut Verbraucherzentrale selten verfügbar
Raumweise regelbar, kein Vollbetrieb des Hauses nötigSperrzeiten beim Heizstrom schränken den Komfort ein
Montage an Wand und Decke ohne RohrleitungenHohe Oberflächentemperatur, Abstände nötig
Komfortgewinn bei etwas niedrigerer LufttemperaturStiftung Warentest sieht sie als Notlösung ohne Sparpotenzial

Fazit der Tabelle: Die Infrarotheizung gewinnt bei Komfort, Optik und Anschaffung und verliert klar bei den Betriebskosten.

Was du jetzt tun solltest

  • Gästezimmer oder Hobbyraum, selten genutzt Eine Platte mit 600 bis 1000 W und Thermostat reicht, Dauerbetrieb vermeiden.
  • Bad als Ergänzung zur vorhandenen Heizung Spiegel- oder Deckenpaneel mit passender Schutzart, Festanschluss vom Elektriker.
  • Arbeitsplatz am Schreibtisch im kalten Raum 450-W-Platte in Sitznähe an der Wand, sie wärmt dich statt des Raums.
  • Ganze Wohnung ohne Zentralheizung beheizen Davon rate ich ab, die Stromkosten laufen aus dem Ruder, erst Heizkonzept prüfen lassen.

Lies als Nächstes

  • HeizlüfterDie schnellste Notlösung im Vergleich zur Infrarotplatte, mit allen Kosten und Risiken.
  • ÖlradiatorHält die Wärme länger als eine Infrarotplatte, gut für Räume mit langer Nutzungszeit.
  • Elektrischer BadheizkörperDauerlösung fürs Bad inklusive Schutzbereiche und Anschlussfragen.
  • HandtuchheizkörperWenn du im Bad vor allem trockene Handtücher willst statt Strahlungswärme.
  • HeizkörperGrundlagen zu klassischen Heizkörpern, Leistung und Aufstellung im Raum.
  • Heizkörper VentilatorGünstige Alternative, um vorhandene Wärme besser im Raum zu verteilen.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Sie wandelt Strom in Wärme um und gibt diese überwiegend als Strahlung ab. Die Strahlung erwärmt nicht zuerst die Luft, sondern Flächen, Möbel und deine Haut, die die Wärme dann an den Raum weitergeben. Energetisch gilt dabei: 1 kWh Strom ergibt 1 kWh Wärme, einen Bonus gibt es nicht.

Infrarotheizung wieviel Watt für 20 qm?

Rechne für 20 Quadratmeter mit etwa 1.200 bis 2.600 Watt, je nach Dämmung. Im gut gedämmten Neubau reichen rund 60 Watt je Quadratmeter, im unsanierten Altbau sind 100 bis 130 Watt je Quadratmeter realistisch. Zwei kleinere Platten verteilen die Strahlung dabei besser als eine große.

Was sagt der Infrarotheizung Test der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest bezeichnet Infrarotheizungen als Notlösung ohne Sparpotenzial. Laut test.de bräuchte eine 100-Quadratmeter-Wohnung rund 8.000 Watt Gesamtleistung. Bei acht Stunden täglich in der kalten Jahreshälfte sind das 11.680 Kilowattstunden im Jahr. Bei 40 Cent je Kilowattstunde kostet das knapp 4.700 Euro.

Ist die Infrarotheizung eine Lüge?

Nein, die Technik funktioniert wie beschrieben, aber viele Werbeversprechen halten nicht. Strahlungswärme und schnelle spürbare Wärme sind real, ein Wirkungsgrad über 100 Prozent oder halbierte Heizkosten gegenüber Gas sind es nicht. Vorsicht gilt immer bei Rechnungen mit auffällig niedrigem Strompreis.

Hilft eine Infrarotheizung gegen Schimmel?

Nur gegen das Symptom, nicht gegen die Ursache. Wenn eine kalte Wandfläche durch die Strahlung wärmer wird, kondensiert dort weniger Feuchte. Die eigentliche Ursache, also Wärmebrücke, Bauschaden oder zu hohe Luftfeuchte, bleibt bestehen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, alle Räume ausreichend zu heizen und regelmäßig zu lüften.

Braucht eine Infrarotheizung ein Thermostat?

Ja, ohne Regelung läuft sie dauerhaft auf voller Leistung. Ein Steckdosen- oder Funkthermostat kostet wenig und senkt den Verbrauch deutlich, weil die Platte nur noch taktet. Setz den Fühler nicht direkt neben die Heizfläche, sonst schaltet er zu früh ab.

Was kostet der Betrieb einer Infrarotheizung im Bad?

Eine 600-Watt-Platte, die vier Stunden am Tag läuft, kostet bei angenommenen 0,35 Euro je Kilowattstunde etwa 0,84 Euro täglich. Im Bad brauchst du selten vier Stunden: 20 bis 30 Minuten Vorheizen vor dem Duschen reichen meist und kosten entsprechend wenige Cent.

Gibt es günstigen Heizstrom für eine Infrarotheizung?

In den seltensten Fällen. Laut Verbraucherzentrale müssen Heiz- und Haushaltsstrom getrennt gemessen werden, ein zweiter Zähler kostet 50 bis 100 Euro plus Montage und eigene Grundgebühr. Der Netzbetreiber muss den Anschluss freigeben, einen Anspruch darauf hast du nicht, und Sperrzeiten schränken den Komfort ein.

Quellen und weiterführende Infos

  1. Stiftung Warentest: Infrarotheizung, Notlösung ohne Sparpotenzial · Kostenrechnung Stromheizung
  2. Verbraucherzentrale: Für Infrarotheizungen gibt es oft keinen günstigen Heizstrom · Heizstromtarife, Sperrzeiten
  3. Stiftung Warentest: Elektrisch heizen, Strom statt Gas · Heizlüfter, Radiator, Infrarot im Vergleich
  4. Umweltbundesamt: Richtig heizen, Schimmelbildung vermeiden · Schlafräume nicht unter 16 °C

Stand der Prüfung: 3. November 2026. Hersteller- und Händlerangaben zu Geräten haben wir nicht selbst nachgemessen.

Über die Autorin

Sophia, Herausgeberin von Frosthelfer. Sie gibt Frosthelfer heraus und bereitet Herstellerangaben, Normen und Fachquellen so auf, dass du sie im Alltag umsetzen kannst. Sie ist keine Heizungsbauerin und sagt klar, wann der Fachbetrieb ran muss

Mehr über Frosthelfer und wie wir arbeiten

Erst Raum und Watt klären

Miss die Fläche, schätze den Dämmstandard und entscheide dann über die Leistung. Als Zusatzheizung mit Thermostat ist eine Infrarotplatte eine solide Wahl, als Hausheizung wird sie teuer.

  • Fläche und Watt rechnen
  • Thermostat einplanen
  • Strompreis gegenrechnen

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