Effizienz & Kosten
Jahresarbeitszahl
Jahresarbeitszahl: Das Verhältnis aus erzeugter Wärme und verbrauchtem Strom einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr. Eine Jahresarbeitszahl von 3 heißt: aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme.
Von Sophia, Herausgeberin von Frosthelfer · Stand 3. November 2026

Was die Jahresarbeitszahl genau bedeutet
Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, ist eine Bilanz über zwölf Monate. Sie vergleicht, wie viel Wärme deine Wärmepumpe ins Haus gebracht hat und wie viel Strom sie dafür gebraucht hat.
Die Formel ist einfach: abgegebene Wärme in kWh geteilt durch eingesetzten Strom in kWh. Bei 12.000 kWh Wärme und 4.000 kWh Strom liegt die JAZ bei 3.
Zum Strom zählen meist der Verdichter, die Umwälzpumpen und die Regelung. Ob ein elektrischer Heizstab oder die Warmwasserbereitung mitgerechnet wird, hängt von der Bilanzgrenze ab. Frag bei einer genannten Zahl deshalb nach, was darin steckt.
Echte Werte siehst du nur, wenn die Anlage einen Wärmemengenzähler und einen separaten Stromzähler hat. Vor dem Einbau findest du die JAZ als Berechnung im Angebot.
Was die Jahresarbeitszahl beeinflusst
Eine Wärmepumpe holt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt sie auf Heizniveau. Je kleiner dieser Temperaturhub, desto weniger Strom braucht sie.
Der wichtigste Hebel ist deshalb die Vorlauftemperatur. Flächenheizungen kommen mit wenig aus. Heizkörper brauchen dafür eine größere Fläche, wie sie Niedertemperatur-Heizkörper bieten. Auch ein sauberer hydraulischer Abgleich hilft, weil die Anlage dann mit niedrigeren Temperaturen auskommt.
Warmwasser braucht meist höhere Temperaturen und drückt die JAZ. Dazu kommt die Wärmequelle: Erdreich und Grundwasser sind im Winter meist wärmer als die Außenluft.
| Wärmequelle / System | Typische JAZ in der Praxis | Hinweis |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | meist etwa 3 bis 4 | Außenluft ist im Winter am kältesten |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdreich) | meist etwa 4 bis 5 | gleichmäßigere Quellentemperatur |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | meist etwa 4 bis 5 | Grundwasser, braucht Genehmigung |
| Direkter Strom (Heizstab, Elektroheizung) | 1 | zum Vergleich: 1 kWh Strom ergibt 1 kWh Wärme |
Fazit der Tabelle: Die Wärmequelle setzt den Rahmen, doch die tatsächliche JAZ hängt stark von Vorlauftemperatur, Gebäude und Einstellung ab. Die Werte sind grobe Richtwerte, keine Garantie.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Die Heizlast nach DIN EN 12831 beschreibt, wie viel Wärmeleistung dein Haus an einem sehr kalten Tag braucht. Sie bestimmt die Größe der Wärmepumpe. Die JAZ sagt dagegen, wie sparsam diese Wärme erzeugt wird.
Der Heizkostenverteiler erfasst, welchen Anteil am Heizverbrauch ein Heizkörper hat. Er misst keine Effizienz der Wärmeerzeugung.
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der Luftfeuchte zu Wasser kondensiert. Mit der JAZ hat er nur indirekt zu tun: Bei Luft-Wärmepumpen bildet sich am Verdampfer Feuchtigkeit oder Reif, und das Abtauen kostet Strom.
Die Schutzart IP nach EN 60529 gibt an, wie gut ein Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist. Über den Wirkungsgrad sagt sie nichts aus.
Von der JAZ zu trennen ist auch der COP. Er gilt für einen einzelnen Betriebspunkt auf dem Prüfstand, die JAZ dagegen für ein ganzes Jahr im echten Haus.
Jahresarbeitszahl im Alltag
Die JAZ wird für dich wichtig, wenn du eine Wärmepumpe planst oder Angebote vergleichst. Dann lohnt die Frage, mit welcher Vorlauftemperatur gerechnet wurde und ob Warmwasser enthalten ist.
Auch beim Blick auf deine vorhandenen Heizkörper spielt sie eine Rolle. Ob sie für niedrige Temperaturen reichen, erfährst du im Ratgeber Niedertemperatur-Heizkörper. Die Auslegung und Einstellung der Anlage gehören in die Hände eines Fachbetriebs.
Häufige Missverständnisse
- JAZ und COP sind dasselbe: Der COP ist ein Prüfstandwert, die JAZ eine Jahresbilanz im Betrieb.
- Eine hohe JAZ bedeutet automatisch niedrige Kosten: Auch der Strompreis und der Wärmebedarf des Hauses entscheiden mit.
- Die JAZ gilt für jedes Haus gleich: Gebäude, Heizflächen und Einstellung machen oft große Unterschiede.
Häufige Fragen zu Jahresarbeitszahl
Was ist eine gute Jahresarbeitszahl?
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gelten Werte um 3 bis 4 in der Praxis meist als solide. Sole- oder Wasser-Wärmepumpen erreichen häufig etwas mehr. Entscheidend ist, dass die Zahl zu deinem Haus und deiner Vorlauftemperatur passt.
Was ist der Unterschied zwischen Jahresarbeitszahl und COP?
Der COP beschreibt die Effizienz bei einer festen Betriebsbedingung auf dem Prüfstand. Die Jahresarbeitszahl bilanziert dagegen ein ganzes Jahr im realen Betrieb. Sie ist meist niedriger, weil Außentemperatur, Warmwasser und Abtauen mit einfließen.
Wie berechne ich die Jahresarbeitszahl?
Teile die über ein Jahr abgegebene Wärmemenge in kWh durch den dafür verbrauchten Strom in kWh. Dafür brauchst du einen Wärmemengenzähler und einen eigenen Stromzähler für die Wärmepumpe. Ohne Zähler lässt sich nur eine Berechnung vor dem Einbau nutzen.
Warum sinkt die Jahresarbeitszahl bei hoher Vorlauftemperatur?
Je größer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser ist, desto mehr Strom braucht der Verdichter. Deshalb arbeiten Wärmepumpen mit niedrigen Vorlauftemperaturen effizienter. Große Heizflächen helfen, diese niedrigen Temperaturen zu erreichen.